Johann Georg Adam von Hoheneck (1669−1754) wurde auf der Herrschaft der Eltern in Schlüßlberg (OÖ) geboren und genoss eine gründliche Erziehung bei den Jesuiten in Linz und Steyr. Die Kavalierstour, ein in adeligen Kreisen wichtiger Bestandteil der Ausbildung, führte ihn an den Rhein (Straßburg, Worms, Mainz, Frankfurt, Köln etc.) sowie die Niederlande und über das heutige Belgien nach Paris (1688). Dort wurde er wegen der Konfrontation zwischen Frankreich und dem Heiligen Römischen Reich bis 1689 interniert.
1716 wird Johann Georg Adam von Hoheneck durch Karl VI. der alte Freiherrenstand bestätigt und erneuert. Der vorliegende Hofkanzleiadelsakt aus dem Bestand des „Adelsarchivs“ enthält mit dem Gesuch Hohenecks und dem Konzept des Gnadenaktes die typischen Bestandteile. Man musste nämlich um eine Standeserhebung oder andere Gnadenakte ansuchen. Zudem hat Hoheneck seinem relativ umfangreichen Schreiben Unterlagen zur Familiengeschichte beigelegt, darunter der Druck einer genealogischen Stammtafel sowie die beglaubigte Abschrift des Freiherrenstandsdiploms (Regensburg, 17. März 1654). Diese Informationen sowie der Anlass der Verleihung, etwa besondere Verdienste, wurden in der Regel in die Texte der jeweiligen Verleihungen aufgenommen.
Das „Schlüßlberger Archiv“, im Oberösterreichischen Landesarchiv aufbewahrt, zeugt auch heute noch von Hohenecks umfangreicher wissenschaftlichen Tätigkeit. Sein Hauptwerk ist zweifellos „Die Löbliche Herren Herren Staende deß Ertz-Hertzogthumb Oesterreich ob der Ennß“, das insgesamt drei Bände umfasst (1727, 1732 und 1747). Er beschrieb darin die genealogische und historische Entwicklung der Prälaten, Herren, Ritter und Städte des Landes Oberösterreich samt deren Wappen sowie Herrschaften. Er selbst hatte im Land Funktionen wahr genommen, etwa als Verordneter des Ritterstandes. Bedeutend ist das Werk auch deshalb, weil es ein Zeichen des Selbstbewusstsein der Landstände ist, denen Hoheneck durch das Zusammentragen ihrer Geschichte ein Denkmal setzte, wobei er sich auch auf ältere Vorarbeiten stützte. Diese Sammlung ist kein Einzelfall, die ständische Geschichtsschreibung mit ihrer Betonung der Eigenständigkeit der Länder hatte Tradition. Hoheneck veröffentlichte sie jedoch in einer Zeit, als die Stände ihre Bedeutung zusehends verloren und der Landesfürst um einen immer direkteren Zugriff auf seine Untertanen bemüht war. Die Erneuerung des Freiherrenstandes durch Karl kann die Belohnung verdienter Mitglieder der Landstände belegen bzw. die enge Bindung zwischen Landesfürst und den Vertretern der Länder illustrieren.
Stefan Seitschek
AVA, Adelsarchiv Hofkanzleiadelsakt Hoheneck, Johann Georg Adam (Wien, 16. März 1716)
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