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01.07.2010
Archivale des Monats (Juli 2010)

Ludwig August Ritter von Benedek – der „gefallene“ Held

Ritter von Benedek-Brief

Ludwig August Ritter von Benedek (* 14. Juli 1804 in Ödenburg; † 27. April 1881 in Graz) war k.u.k. Feldzeugmeister. Der Nachwelt ist er bekannt als Kommandeur der kaiserlichen Armee in der Schlacht von Königgrätz 1866 gegen die königlich preußische Armee.

Benedek wurde an der Militärakademie in Wiener Neustadt ausgebildet und durchlief eine glänzende Militärkarriere, die nicht nur 1846 die Erhebung in den erblichen Adelsstand (Ritter von) beinhaltete, sondern ihm 1848 sogar den höchsten militärischen Tapferkeitsorden der Monarchie einbrachte; das Ritterkreuz des Militär-Maria-Theresien-Ordens, 1859 erfolgte die Zuerkennung des Kommandeurkreuzes des Ordens.

Seine bisherigen Leistungen hatten ihm solches Vertrauen und solche Popularität eingebracht, dass er beim Ausbruch des Deutschen Krieges von 1866 zum Oberbefehlshaber der Nordarmee ernannt wurde. Benedek hatte sich gegen diese Ernennung gesträubt, da er weder das Terrain im Norden noch den Feind, den er bekämpfen sollte, kannte, schließlich aber gehorchte er aus militärischem Pflichtgefühl.

Es kam wie es kommen musste, militärische Versäumnisse in der Rüstung (Stichwort: Zündnadelgewehr) und militärische Inkompetenz gepaart mit schweren taktischen Fehlern der ihm unterstellten Unterführer, führten zur Katastrophe von Königgrätz. Benedek wurde der Sündenbock für die verlorene Schlacht und den Krieg.

Eine gegen Ihn durchgeführte kriegsgerichtliche Untersuchung wurde zwar auf Befehl des Kaisers eingestellt, jedoch wurde ihm das Versprechen abverlangt, über die Umstände der Niederlage für immer zu schweigen. Verbittert zog er sich nach Graz zurück, wo er am 27. April 1881 starb.

Der vorliegende handschriftliche Brief Benedeks an einen unbekannten Geistlichen weist auf das oben erwähnte Versprechen hin und zeigt zugleich die seelischen Wunden, die der Krieg an diesem Offizier geschlagen hatte. Der Brief konnte 2009 im Wiener Kunsthandel für das Kriegsarchiv erworben werden.

Signatur: KA, NLS, B/134, Nr. 24

Bernhard Wenning

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