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"Österreich"-Interview mit Bundesministerin Heinisch-Hosek
Österreich: Aufgrund des Schweizer Minarett-Verbots gab es auch hierzulande eine Debatte über Frauenrechte und Islam. Wie sehen Sie das?
Heinisch-Hosek: Die Plakate der Minarett-Gegner in der Schweiz zeigten Minarette und eine voll verschleierte Frau. Manche Feministinnen haben da die Burka mit dem Minarett gleichgesetzt. Für mich besteht dieser Zusammenhang nicht.
Österreich: Es wurde hierzulande auch ein Burka-Verbot gefordert
Heinisch-Hosek: Ich lehne die Burka als Zeichen der Unterdrückung von Frauen ab. Sie erschwert Frauen auch massiv den Zugang zum Arbeitsmarkt. Aber gäbe es das öfter, müssten wir ein Verbot prüfen. Möglich wären etwa Verwaltungsstrafen in öffentlichen Gebäuden. Zwar werden manche Frauen auch zum Kopftuch gezwungen, aber es gibt auch viele, die es aus freien Stücken tragen, und das ist zu tolerieren. Aber dass eine Frau freiwillig eine Burka trägt, kann ich mir schwer vorstellen.
Österreich: ÖVP-Innenministerin Maria Fekter hatte die Idee, eigene Straftatbestände für sogenannte Kulturdelikte, wie Zwangsheirat, zu schaffen
Heinisch-Hosek: In Österreich gibt es schon den Straftatbestand der Ehenötigung, unter den auch Zwangsheirat fällt. So können Familienmitglieder als Täter belangt werden, wenn sie ihre Tochter zur Ehe zwingen. Hier bin aber nicht nur ich als Frauenministerin gefordert, sondern die Justiz, das Innenministerium und der Bildungsbereich. Man muss in den Schulen mit den Eltern reden, besonders auch mit den Vätern, sodass die Mädchen, wie aus einer Tiroler Studie bekannt, nicht nach der Pflichtschule in der Familie verschwinden, ohne Ausbildung, ohne Arbeit.
Österreich: Wie sehen Sie allgemein das Verhältnis von Islam und Frauenrechten?
Heinisch-Hosek: Muslimische Frauen haben die gleichen Probleme mit Unterdrückung wie Frauen anderer Ethnien oder Religionen. Die Rechtsparteien deuten immer nur auf muslimische Frauen. Ich kümmere mich als Frauenministerin um alle Frauen.
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