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Das Arbeitsmarkt- und Qualifizierungspaket 2010 kann sofort umgesetzt werden
„Für mich ist es ein logischer Schritt, nach meiner Rede in der Hofburg nun an die Umsetzung der einzelnen Bereiche zu gehen“, sagte Bundeskanzler Werner Faymann zu Beginn der heutigen Pressekonferenz zum Thema „Arbeitsmarkt- und Qualifizierungspaket 2010“, die er gemeinsam mit Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek und Sozial- und Arbeitsminister Rudolf Hundstorfer abhielt. „Bei der Umsetzung gibt es freilich mittel- und langfristige Projekte. Das Ausbildungs- und Arbeitsmarktpaket muss aber nicht erst lange verhandelt werden“, so Faymann. „Und damit kann zusätzlich zu den bestehenden Programmen 100.000 Menschen geholfen werden, Arbeit zu finden.“
Laut Minister Hundstorfer würden 2010 die Mittel für aktive Arbeitsmarktpolitik um 69 Millionen Euro auf 1.454 Millionen Euro aufgestockt. Die aktive Arbeitsmarktpolitik umfasst die Maßnahmen des AMS, des Sozialministeriums, des Europäischen Sozialfonds und der Lehrlingsförderung. Das neue Maßnahmenpaket setze den Qualifikations- und Bildungsschwerpunkt der Bundesregierung fort. Denn eine bessere Ausbildung der Beschäftigten und der Arbeitssuchenden sei der Schlüssel zur Vermeidung von Arbeitslosigkeit. Frauenförderung stünde dabei weiterhin im Mittelpunkt.
Zur besseren Qualifizierung stellt der Sozialminister fünf Schwerpunkte vor: Die Erhöhung von Jobchancen durch die Ausweitung des Qualifizierungsbonus, die Verdoppelung der Fachkräftequalifizierung auf 10.000 Personen, die Integrationsoffensive, Zukunftsjobs im Gesundheits- und Sozialwesen sowie mehr und bessere Berufsorientierung und Bildungsberatung für Jugendliche.
1.) Qualifizierungsbonus2010 erhalten Arbeitslose, die einen Weiterbildungskurs mit einer Mindestdauer von drei Monaten besuchen, einen Qualifizierungsbonus in der Höhe von 100 Euro, jene, die sich länger fortbilden, 200 Euro monatlich zusätzlich zum Arbeitslosengeld. Von dieser Maßnahme werden 50.000 Personen profitieren.
2.) Regionale FachkräftequalifizierungIn diesem Rahmen werden 10.000 gering qualifizierte Arbeitslose entsprechend ihren Fähigkeiten und den regionalen Arbeitsmarktchancen zu Fachkräften qualifiziert. Viele können einen Lehrabschluss nachholen. Der Frauenanteil wird 54 Prozent betragen.
3.) IntegrationsoffensiveIm Jahr 2010 bietet das AMS für 21.500 Migrantinnen und Migranten Deutschkurse an. Zielgruppe sind Personen, die mindestens zwei Monate vorgemerkt oder saisonal arbeitslos sind. Damit trägt das AMS nicht nur dazu bei, Menschen in einen Job zu vermitteln, sondern hilft mit, das gesellschaftliche Zusammenleben zu verbessern.
4.) Zukunftsjobs im Gesundheits- und SozialwesenDie Beschäftigung im Gesundheits- und Sozialwesen steigt stärker als in allen anderen Branchen und ist ein Wachstumsmotor. Deshalb werden 2010 über das AMS 6.000 Menschen in diesen Berufen ausgebildet oder höher qualifiziert.
5.) Mehr und bessere Berufsorientierung und BildungsberatungFür alle Schülerinnen und Schüler der 7. oder 8. Schulstufe wird es künftig einen Pflichtbesuch in einem Berufsinformationszentrum (BIZ) des AMS geben, wo sie die Vielfalt an Lehrberufen und weiterführenden Schulen kennenlernen können.
Zusätzlich zu diesem Qualifizierungspaket werde es eine Förderung für Frauen und Jugendliche geben, so der Sozialminister. Für die Zielgruppe „Generation Praktika“ werde die „Aktion 4.000“, die bisher Frauen und Jugendlichen gleichermaßen zu Gute kam, zur „Aktion 10.000“ aufgestockt. Diese Aufstockung soll vor allem Jugendliche dabei unterstützen, nach Abschluss von Schule oder Studium in reguläre Dienstverhältnisse einzutreten. Das AMS übernimmt für ein halbes Jahr 50 Prozent der Lohn- und Lohnnebenkosten. Die „Aktion Zukunft Jugend“, die bisher allen jugendlichen Arbeitslosen zwischen 19 und 24 Jahren innerhalb von 6 Monaten ein Angebot für einen Arbeitsplatz oder eine zielgerichtete Schulung garantierte, wird weitergeführt. Dafür stehen auch im nächsten Jahr 120 Millionen Euro zur Verfügung.
Für alle Arbeitslosen wird es künftig eine noch bessere Betreuung geben. Ab Juli 2010 wird es möglich sein, das Arbeitslosengeld unkompliziert elektronisch zu beantragen. Zur Krisenbewältigung und zur Gewährleistung der Mindestsicherung wird zudem das Personal des AMS aufgestockt.
Auch für Niedriglohnbezieherinnen und -bezieher wird es Verbesserungen geben: Der Kombilohn, seit Juli in Kraft, sichert das Einkommen während einer gering entlohnten Beschäftigung – vor allem Teilzeitbeschäftigung – und richtet sich an Personen über 50 Jahre, Wiedereinsteigerinnen und Wiedereinsteiger sowie behinderte Menschen, die länger als sechs Monate als arbeitslos vorgemerkt sind. Im Jahr 2010 werden 6.000 Menschen vom Kombilohn profitieren. Zwei Drittel der Geförderten sind Frauen. Wie überhaupt der Förderung der Frauen in der Arbeitswelt große Bedeutung beigemessen wird.
Frauenministerin Heinisch-Hosek nannte die konkreten Probleme von Frauen und Männern, die etwa bei VOEST und Quelle ihren Job verloren hätten. „Was das für Familien mit Kindern, jetzt 20 Tage vor Weihnachten, bedeutet, können Sie sich vorstellen“, sagte die Ministerin. Es sei notwendig, mit dem neuen Arbeitsmarktpaket die Chance auf neue Jobs, neue oder bessere Ausbildung oder einen Lehrabschluss zu bekommen.
Gerade für Frauen läge eine große Chance im Pflege und Gesundheitsbereich. Derzeit arbeiten rund 55.000 Menschen offiziell im Gesundheits- und Pflegebereich. Gleichzeitig würden nur 12 Prozent jener, die Pflege brauchen und in Anspruch nehmen, von ausgebildetem Fachpersonal betreut, 282.000 Frauen pflegen privat einen nahen Angehörigen. „Ich kenne viele Frauen, die fast nahtlos von der Kinderbetreuung in die Altenpflege wechseln, ohne finanziell ausreichend abgesichert zu sein“, so Heinisch-Hosek. „Diese Frauen brauchen eine Perspektive.“ Daher sei der vom Bundeskanzler vorgeschlagene Generationsfonds eine Zukunftsvision, die es Frauen ermöglichen würde, Beruf und Familie besser zu vereinbaren.
Sozialminister Hundstorfer resümierte, dass die bisherige aktive Arbeitsmarktpolitik schon große Erfolge verzeichnet habe: „Bis Ende November wurden 526.842 Menschen neu in Arbeit vermittelt und 252.960 haben ein Schulungsangebot des AMS angenommen.“ Zusätzlich seien 2009 durch die Konjunkturpakete und Arbeitsmarktpakete 97.000 Arbeitsplätze geschaffen oder gerettet worden. Dieser aktive Weg soll verstärkt fortgesetzt werden.
Rückfragehinweis:Mag. Leo Szemeliker Pressesprecher Kabinett des Bundeskanzlers Tel.: +43 1 531 15-2090 Mobil: +43 664 282 25 00
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