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Bundeskanzler Faymann im Interview mit "Österreich"
Österreich: Catherine Ashton galt als eine Ihrer Favoritinnen als EU-Außenministerin. Zufrieden?
Faymann: Ich habe immer gesagt, dass die Labour Party da zum Zug kommen soll - und ich habe mich immer dafür eingesetzt, dass eine Frau von der Sozialdemokratischen Partei Europas (SPE) nominiert wird. Sie war meine Favoritin.
Österreich: Was ändert sich durch die zwei neuen, wichtigen Positionen in der EU, um die hier in Brüssel so hart gekämpft wurde?
Faymann: Ganz neu wird die EU natürlich nicht. Aber für alle drei neuen Funktionen, den Ratspräsidenten, den Hohen Beauftragten und den Generalsekretär des Rats ist es wichtig, dass wir Personen finden, die mit dem EU-Kommissionspräsidenten Barroso gut zusammenarbeiten. Damit das ganze EU-Team zusammenhält und nicht streitet. Dazu wird das EU-Parlament aufgewertet. Deshalb ist mir wichtig, dass die SPE eine konstruktive Rolle spielt und nicht in Opposition geht. So würden wir die ganze EU und uns selbst schwächen.
Österreich: Noch beim Gipfel wurde Häme wegen der schwachen Kandidaten laut. Warum fielen Persönlichkeiten wie Tony Blair durch?
Faymann: Ich zumindest habe aus der Niederlage der europäischen Sozialdemokraten bei der EU-Wahl gelernt: Die Menschen wollen Politiker mit klarer Linie. Mir sind Personen lieber, die als nicht so stark gelten, sich aber profilieren werden - und die dafür unseren Kurs vertreten, statt für Konfusion zu sorgen. Blair, so höre ich, war als Premier nicht einmal bei SPE-Sitzungen dabei.
Österreich: Verstehen Sie den Aufstand der EU-Frauen?
Faymann: Das bestätigt mich nur darin, dass es richtig war, mich für den Verbleib einer Österreicherin in der EU-Kommission einzusetzen. Die Debatte ist berechtigt. Auch wenn laut letztem Stand mit acht gleich viele Frauen wie zuletzt in der Kommission sitzen, sollten natürlich mehr Frauen dabei sein.
Österreich: Strache kritisierte zuletzt, dass für Österreich nur ein Micky-Maus-Ressort drin sei ...
Faymann: Egal ob Umwelt oder Forschung. Jedes Zukunftsressort ist wichtig. Das ist doch nur Polemik. Und: So beliebt wie Micky Maus muss Strache erst einmal werden.
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