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Verleihung des Käthe Leichter-Staatspreises 2009 an Gudrun Biffl
Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek lud gestern Abend zur Verleihung des „Käthe Leichter-Preises für Frauenforschung, Geschlechterforschung und Gleichstellung in der Arbeitswelt“ ins Bundeskanzleramt. Der von der Frauenministerin gestiftete Käthe Leichter-Staatspreis ging an die Leiterin des Zentrums für Migration, Integration und Sicherheit an der Donau Universität Krems, Univ.-Prof. Gudrun Biffl. Der Staatspreis und weitere Käthe Leichter-Preise werden seit dem Jahr 1991 vergeben, wobei heuer erstmals insgesamt sechs Preisträgerinnen geehrt wurden.
„In der Frauenpolitik ist es ganz wesentlich, dass wir auf Erfahrungsberichte, wissenschaftliche Untersuchungen und den ständigen Dialog mit Expertinnen zurück greifen können. Denn das Wissen über die tatsächliche Lebensrealität von Frauen gibt uns erst die Basis für eine Politik, die an den wahren Bedürfnissen orientiert ist“, sagte die Frauenministerin in ihrer Eröffnungsrede. Käthe Leichter sei in vielfacher Hinsicht ein Vorbild und eine Vorkämpferin gewesen: „Sie hat Frauen, insbesondere einfache Arbeiterinnen, zu Wort kommen lassen“, so Heinisch-Hosek.
„Ich freue mich, dass wir auch 2009 mit diesem Preis Frauen vor den Vorhang holen können, die im Sinne von Käthe Leichter einen wichtigen Beitrag zur Frauenforschung und für Geschlechtergerechtigkeit geleistet haben“, so die Ministerin. Gudrun Biffl habe in ihrer Position an der Donau Universität Krems und als frühere WIFO-Mitarbeiterin in vielen frauenpolitischen Fragen eine wissenschaftliche Fundierung geliefert. „Gerade die Forderung nach gleichem Lohn für gleiche Arbeit ist ein Beispiel dafür, dass Politik eine wissenschaftliche Ausgangsbasis und die Erfahrung von Expertinnen braucht“, sagte Heinisch-Hosek.
Der Käthe Leichter-Preis erinnert an das Leben und Wirken der Nationalökonomin Käthe Leichter (1895-1942). Sie war als erste Frauenreferentin der Arbeiterkammer politisch und wissenschaftlich im Interesse der Frauen tätig. Ihre sozialpolitischen Erhebungen gehören zu den wichtigsten frauenrelevanten Publikationen der Zwischenkriegszeit. 1942 wurde Käthe Leichter, die sich auch als Widerstandskämpferin für Gerechtigkeit und Menschenwürde einsetzte, in der Euthanasieanstalt Bernburg ermordet.
Die nach ihr benannten Preise werden für hervorragende Leistungen in der Frauen- und Geschlechterforschung sowie für Verdienste um die Frauenbewegung und Herstellung von Geschlechtergerechtigkeit vergeben. Neben dem von der Frauenministerin gestifteten Käthe Leichter-Staatspreis wurden heuer fünf weitere Käthe Leichter-Preise vergeben. Diese wurden von der Bundesministerin für Unterricht, Kunst und Kultur, vom Bundesminister für Wirtschaft, Familie und Jugend, vom Bundesminister für Arbeit, Soziales und Konsumentenschutz, von der Arbeiterkammer Wien und von der Österreichischen Nationalbank gestiftet. Sie gingen dieses Jahr an Christiane Spiel, Luise Gubitzer, Birge Krondorfer, Brigitte Ratzer und Monika Ankele.
Neben der Frauenministerin gratulierten auch Sozialminister Rudolf Hundstorfer, Staatssekretärin Christine Marek und der Gouverneur der Österreichischen Nationalbank, Ewald Nowotny, den Preisträgerinnen persönlich. Gabriele Heinisch-Hosek gab abschließend noch einen Ausblick auf das kommende Jahr: Für 2010 sei erstmals auch ein „Frauenlebenswerk-Preis“ geplant.
Rückfragehinweis:Mag. Dagmar StrobelPressesprecherin derBundesministerin Gabriele Heinisch-HosekTel.: 01 531 15-2149dagmar.strobel@bka.gv.at
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