Neueinführung eines Offizierssäbels bei der k. k. Kriegsmarine
Der Vorbereitungen zur Neuanschaffung bzw. Adaptierung der Standeswaffe für Marineoffiziere begannen bereits 1847, beschleunigt wurden sie durch die Ereignisse des Jahres 1848.
Nachdem der damalige Haupthafen und Flottenstützpunkt Venedig in den Augen der loyal zum Haus Österreich stehenden Offizieren treulos kapituliert hatte, entstand bei den kaisertreuen Offizieren der Wunsch, einen neuen Säbel einzuführen. Der Grund liegt vor allem im damaligen Offiziersselbstverständnis, die Waffe - das Statussymbol des Offiziers schlechthin – sei durch die aufständischen Offiziere, die ja ebenfalls einen Säbel trugen, entehrt worden.
Trotz anfänglicher Zurückhaltung der Zentralbehörde (wohl mehr aus finanziellen denn aus patriotischen Gründen) kam es durch Allerhöchste Entschließung Franz Josefs I. vom 23. Oktober 1850 zu zahlreichen Änderungen in der Adjustierung der Marineoffiziere und auch des Marineoffizierssäbels.
Die Hauptunterschiede zum Vorgängermodell sind in erster Linie in der Verzierung des Griffstückes (des Korbes) zu finden. Das aus vergoldetem Messing bestehende Stichblatt ist für die Klingenöffnung mit einem heraldischen Doppeladler ausgeführt. Der eigentliche Griffbügel zeigt zwei Nixen mit unklarem Anker. Das sich nach hinten verjüngende Stichblatt endet in einem stilisierten Delphinkopf. Das eigentliche Griffstück ist in Form des Meeresgottes Neptun ausgeführt, der mit den für ihn typischen Attributen seiner Macht, dem Dreizack, versehen ist.
Das Mundblech an der Scheide kann in verschiedenen Ausfertigungen variieren, bei dem vorliegenden Stück ist der unklare Anker als Verzierung angebracht.
Signatur: Kriegsarchiv, BS, L IV 148
Bernhard Wenning
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