13.02.2009
Bundeskanzler Faymann: „Wir unterstützen offensiv den EU-Beitritt Kroatiens“

Kroatiens Ministerpräsident Ivo Sanader war zu Besuch bei Bundeskanzler Werner Faymann.

„Österreich und Kroatien verbindet eine traditionell gute Beziehung“, erklärte Bundeskanzler Werner Faymann nach einem ausführlichen Vieraugengespräch mit Ministerpräsident Ivo Sanader im Bundeskanzleramt. „Die Österreicher lieben das Urlaubsland Kroatien, viele Kroaten arbeiten in Österreich, immer mehr kommen auch hierher zum Schifahren“, so Faymann.

Die Wirtschaftsbeziehungen seien rege. „Unser Handelsvolumen mit Kroatien hat im Jahr 2007 die Zwei-Milliarden-Euro-Grenze überschritten. Nun werden wir auch in wirtschaftlich schwierigeren Zeiten zusammenhalten“, so der Bundeskanzler. Den EU-Beitritt Kroatiens werde Österreich offensiv unterstützen. „Wir haben jetzt viele Argumente näher kennengelernt, die wir auch in Brüssel vertreten werden.“

Ivo Sanader gab seiner Freude Ausdruck, in Wien mit seinem Amtskollegen zusammentreffen zu können. „Österreich und Kroatien verbindet eine gemeinsame Geschichte, gemeinsame Gegenwart und auch eine gemeinsame Zukunft.“ Sanader dankte Faymann für die versprochene tatkräftige Unterstützung Kroatiens bei seinen Bemühungen um den EU-Beitritt. Die Verhandlungen mit dem Nachbarstaat Slowenien dauern hingegen noch an: „Slowenien und Kroatien verbindet mehr als uns trennt, wir werden unsere Aufgaben erledigen“, versicherte Sanader. Wie die Lösungen im Grenzziehungskonflikt im Detail aussehen könnten, wollten Faymann und Sanader nicht öffentlich erörtern. Faymann: „Die Lösungsfindung bedarf intensiver, persönlicher Gespräche. Ideen dazu soll man sich nicht öffentlich ausrichten.“ Sanader ergänzte, dass internationales Recht die Grundlage für die Lösung des Grenzkonfliktes sein müsse, und keine politische Grenzziehung erfolgen solle. Sanader bekräftigte, dass Österreich auch ein starker Partner dafür sei, dass ganz Südosteuropa seine Zukunft in der Europäischen Union finden könne. Auch Kroatien bemühe sich um eine rasche Integration.

Sehr positiv nahm Sanader auch die Bemühungen Österreichs für die Wirtschaftsstabilität am Balkan auf. Das Treffen der Finanzminister in Zagreb sei sehr fruchtbar gewesen. „Österreich tut gut daran zu sehen, wie es den Partnern geht“, erläuterte der Ministerpräsident. „Österreich ist ein großer Investor, der nun in Zeiten der Krise den Erfolg sichern muss.“ Das liege auch im Interesse Kroatiens für eine gemeinsame Zukunft.

Bundeskanzler Faymann versicherte abschließend, dass er gerne der Einladung zu einem Gegenbesuch in Kroatien folgen werde.

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Mag. Angelika Feigl
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