30.11.2008
Silhavy: "Digitale Integration erhöht Partizipationschancen"

Bundesministerin Heidrun Silhavy bei e-Inclusion Ministerkonferenz in Wien

Die für E-Government zuständige Ministerin Heidrun Silhavy nimmt heute an der e-Inclusion Ministerkonferenz in der Reed Messe Wien teil. Gemeinsam mit dem französischen Minister Eric Besson, Sozialminister Erwin Buchinger, dem Abgeordneten zum Europäischen Parlament, Paul Rübig, sowie dem Generaldirektor für Informationsgesellschaft und Medien der Europäischen Kommission, Fabio Colasanti, stellte sie sich heute Mittag in einer Pressekonferenz den Medien und besuchte die Ausstellung zur Konferenz. Am Nachmittag wird die Ministerin an einer Plenardiskussion zum Thema "The e-Inclusion Debate" teilnehmen.

In der Auftaktpressekonferenz brachte es Silhavy gleich auf den Punkt, was das Kernanliegen von "e-Inclusion" sei: "Digitale Integration bedeutet, jene großen Teile der Bevölkerung, die bislang ohne IKT leben, ans Netz zu bringen, um ihre Partizipationschancen in der Gesellschaft, im wirtschaftlichen Bereich und auch im Privatleben zu erhöhen". Dies sei in Zeiten einer Wirtschaftskrise umso bedeutender. "Die Auswirkungen dieser Krise werden besonders auch jene Bevölkerungsgruppen spüren, die wir auch mit dieser Konferenz im Fokus haben: Nämlich ältere Menschen, Menschen mit besonderen Bedürfnissen, niedrig qualifizierte und bildungsferne Schichten, benachteiligte Jugendliche sowie Migrantinnen und Migranten", so Silhavy. In den letzten Jahren seien in der EU und in Österreich bereits zahlreiche Initiativen gesetzt worden, doch das Ziel sei noch lange nicht erreicht. "Wir müssen daher unsere Maßnahmen intensivieren und noch besser aufeinander abstimmen", forderte die Ministerin.

Die EU-Ministerkonferenz, die von 30. November bis 2. Dezember in Wien stattfindet, wird sich genau damit beschäftigen. Es werden bisherige Erfolgsmodelle und Erfahrungen, Verbesserungspotenziale und künftige Kooperationsmöglichkeiten im Mittelpunkt der Debatten stehen. Die Veranstaltung findet unter der französischen EU-Ratspräsidentschaft statt, in Zusammenarbeit mit der Europäischen Kommission und dem österreichischen Bundeskanzleramt. Sie bildet den Abschluss einer Konferenzreihe zum Thema "e-Inclusion", die im Jahr 2006 unter der österreichischen EU-Ratspräsidentschaft ihren Auftakt fand. Die Konferenz wird von einer Ausstellung begleitet, bei der sich an rund 90 Ständen Unternehmen und Institutionen mit ihren Projekten präsentieren.

Ministerin Silhavy nannte als ein Erfolgsbeispiel die Umsetzung von E-Government in Österreich: "Im E-Government Ranking der EU hat unser Land zweimal hintereinander den Spitzenplatz erreicht. Dies konnte nur deshalb gelingen, weil alle Kräfte der Verwaltung auf Bundes-, Landes- und Gemeindeebene in Zusammenarbeit mit der Wirtschaft und den Sozialpartnern gebündelt wurden. Eine gemeinsame Strategie, eine abgestimmte Umsetzung und ein gemeinsamer Wille waren das Erfolgsrezept". Um allen Bevölkerungsgruppen den Nutzen der IKT wirklich näher bringen zu können, sei es aber auch notwendig, Menschen ganz persönlich anzusprechen. Silhavy nannte als Beispiel dafür eine Initiative in Kooperation mit Seniorkom, dem Webportal für Seniorinnen und Senioren: "Hier versuchen wir, der älteren Generation die Nutzungsmöglichkeiten des Internets nahezubringen, ihnen damit den Alltag zu erleichtern und ihre Lebensqualität zu erhöhen." Gleichzeitig gehe es in diesem Projekt auch darum, die Generationen zusammenzuführen. Schülerinnen und Schüler würden dabei helfen, den älteren Menschen die notwendigen Kenntnisse zu vermitteln.

"Solche Beispiele, wie sie auf dieser Konferenz von den einzelnen Mitgliedstaaten präsentiert werden, zeigen uns, wie eine gelungene Integration funktionieren kann. Sie machen auch deutlich, dass wir nur Erfolg haben werden, wenn wir gemeinsam mit der jeweiligen Zielgruppe ein attraktives Angebot erarbeiten. Ich wünsche mir, dass die heutige Veranstaltung einen wichtigen Beitrag zu einer besseren digitalen Integration leisten kann. Denn e-Inclusion lohnt sich nicht nur für die Wirtschaft, sondern vor allem auch für die Menschen", so Silhavy abschließend.