04.11.2008
Frauenministerin Silhavy präsentiert Arbeitsbuch "Going Gender and Diversity"

Überblick über objektive Qualitätsanforderungen im Gender Management

"Diese Publikation zeigt auf, wo sich Österreich wichtigste und gesellschaftliche Institutionen in Bezug auf Gender Mainstreaming und Diversitiy Management befinden. Es formuliert Standards in diesen Kompetenzen in der Arbeit mit lernenden Organisationen. Unabhängig von Geschlecht, Alter, Religion oder Weltanschauung, sexueller Orientierung, der ethnischen Zugehörigkeit oder einer Behinderung ist zu gewährleisten, dass Menschen die gleichen Chancen in unserer Gesellschaft haben", betonte Frauenministerin Silhavy bei der Präsentation.

Studien zeigen, dass Teams, die aus Menschen mit verschiedenen fachlichen wie lebensweltlichen Hintergründen bestehen produktiver sind als homogene Teams. Auch für Unternehmenskulturen gilt zunehmend: Monokulturen haben schlechtere Überlebenschancen während Diversität, also Förderung der Vielefalt, stabilisierend wirkt und hohe Qualität erzeugt. Ein Gleichgewicht führt zu besseren Betriebsergebnissen. So haben laut Untersuchung eines der führenden Forschungs- und Beratungseinrichtungsunternehmen Firmen
mit der höchsten Repräsentation von Frauen im Top-Management gegenüber jenen mit den geringsten Frauenanteilen weit bessere Renditen erzielen: eine 35% höhere Eigenkapitalrendite und eine 34% höhere Umsatzrendite. Unternehmen mit dem höchsten Frauenanteil im Vorstand verglichen mit jenen mit dem geringsten Frauenanteil erzielten eine 53% höhere Eigenkapitalrendite, eine 42% höhere Umsatzrendite und eine 66% höhere Gesamtkapitalrendite. In allen Firmen die mehr als 3 weibliche Vorstandsmitgliedern hatten wurden generell höhere Renditen erzielt.

"Als Frauenministerin ist mir dieses Thema besonders wichtig, daher wurde ein Gutachten in Auftrag gegeben zum Thema "Gender Management in der öffentlichen Auftragsvergabe", das heißt inwieweit können bei Vergabe durch öffentliche Hand gleichstellungsförderende Kriterien zu Anwendung kommen. Weiters wurde ein Gutachten zum Thema "Koppelung der Wirtschaftsförderung an Frauenförderung" in Auftrag gegeben: es werden Vorschläge für die Änderung rechtlicher Rahmenbedingung ausgearbeitet und die Förderinstrumentarein und Strukturen dargestellt", so die Frauenministerin.

Einen weiteren wichtigen Bereich stellt Gender Budgeting dar. Mit einem Ministerratsbeschluss aus 2004 ist die Handlungsgrundlage für die Umsetzung von Gender Budgeting in der Verwaltung gelegt worden. In diesem Regierungsbeschluss wurde als Metaziel die Berücksichtigung der Geschlechterperspektive in allen budgetpolitischen Maßnahmen der Ministerien definiert. Besonderes Augenmerk wurde seither auf die geschlechtergerechte Haushaltsführung gelegt. So hat die Bundesregierung seit dem Budgetvoranschlag 2005 sich selbst die Aufgabe gestellt, das Budget nach Genderaspekten zu analysieren. In den Arbeitsbehelfen zum Bundesfinanzgesetz ab dem Jahr 2006 weisen die Ressorts auf Genderaspekte ihrer Etats hin.

Gender Budgeting wurde auf Regierungsebene zuletzt durch den Ministerratsbeschluss vom 5. März 2008 verankert. Mit diesem Regierungsbeschluss bekennt sich die Bundesregierung zu einer geschlechtergerechten Budgetplanung und Budgetgestaltung und zur Anwendung des vom Frauenministerium zur Verfügung gestellten Leitfadens zur Umsetzung von Gender Budgeting im Rahmen der Budgeterstellung.

Gender Budgeting ist seit 2008 in der österreichischen Verfassung verankert. Und zwar zunächst mit einer Staatszielbestimmung, die mit 1.1.2009 in Kraft tritt: Bund, Länder und Gemeinden haben bei der Haushaltsführung die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern anzustreben.

Mit 1.1.2013 treten dann auch die neuen einfachgesetzlichen Bestimmungen über die wirkungsorientierte Verwaltung in Kraft. Wirkungsorientierung bedeutet, dass bei der Budgeterstellung und Haushaltsführung eine Verknüpfung zwischen eingesetzten Mitteln und erreichten Wirkungen erfolgt. Im Rahmen dieser neuen wirkungsorientierten Verwaltung  ist insbesondere die tatsächliche Gleichstellung von Frauen und Männern zu berücksichtigen.