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Frauenministerin Silhavy eröffnet internationales Symposium zu „Strategien gegen Frauenhandel“
Frauenministerin Heidrun Silhavy eröffnete heute, Mittwoch, ein internationales Symposium zum Titel „Arbeit-Migration-Rechte – Strategien gegen Frauenhandel“. Im Mittelpunkt dieser zweitägigen Veranstaltung im Wiener Palais Eschenbach steht die Weiterentwicklung von Kompetenzen und Handlungsmodellen im Kampf gegen den Frauenhandel. Das Symposium wird von der Interventionsstelle für Betroffene des Frauenhandels, LEFÖ-IBF, mit Unterstützung des Frauenministeriums veranstaltet. Die LEFÖ-IBF nimmt damit ihr zehnjähriges Bestehen zum Anlass, um über die Entwicklung in diesem Zeitraum zu reflektieren und mit internationalen Expertinnen und Experten über wirksame Strategien zur Prävention und Intervention bei Menschenhandel zu diskutieren.
„Menschenhandel ist eine gravierende Verletzung von Menschenrechten, von der überwiegend Frauen und Mädchen betroffen sind. Daher sprechen wir von Frauenhandel“, so Silhavy. Für die Frauenministerin ist eine klare begriffliche Differenzierung in der öffentlichen Diskussion wichtig: „Frauenhandel wird in der Öffentlichkeit häufig mit Prostitution in Zusammenhang gebracht. De facto ist Frauenhandel gekennzeichnet durch Ausbeutung, sei es sexuelle Ausbeutung oder eine Ausbeutung der Arbeitskraft, wie etwa im Haushalt oder in Betrieben.“ Die ILO (International Labour Organisation) schätzt die Zahl der Opfer von Menschenhandel in den industrialisierten Ländern auf 360.000, wovon etwa ein Viertel von nichtsexueller wirtschaftlicher Ausbeutung betroffen ist. Weltweit waren laut ILO im Jahr 2005 ca. 2,4 Millionen von Menschenhandel betroffen, davon zumindest ein Drittel von nichtsexueller Ausbeutung.
„Österreich hat bereits in der Vergangenheit wichtige Maßnahmen zur Bekämpfung des Frauenhandels gesetzt. Als eines der ersten Länder haben wir die Europaratskonvention ratifiziert und somit alle Formen des Menschenhandels erfasst“, so Silhavy. Im Jahr 2004 sei eine interministerielle Task Force mit regierungsunabhängigen Expertinnen und Experten eingerichtet worden. Diese Task Force habe einen Nationalen Aktionsplan gegen Menschenhandel ausgearbeitet, der im März 2007 von der Bundesregierung beschlossen worden sei. „Als Frauenministerin ist mir neben präventiven Maßnahmen der Schutz und die Unterstützung von Opfern ganz besonders wichtig. Hier ist die Arbeit der LEFÖ-IBF unverzichtbar“, so die Frauenministerin, die sich für eine verstärkte Präventionsarbeit und einen verbesserten Opferschutz aussprach.
Konkret forderte Silhavy einen besseren Zugang zum Arbeitsmarkt und zu Ausbildungsmaßnahmen, um den Betroffenen eine ökonomische Absicherung zu ermöglichen. Auch die Gesundheitsversorgung für Opfer von Frauenhandel müsse sichergestellt werden. Die Frauenministerin trat außerdem für eine unabhängige Einrichtung ein, die grenzüberschreitende Strategien gegen Menschenhandeln entwickeln sollte: „Diese Einrichtung sollte als ein Observatorium die Lage beobachten und analysieren, damit die vorhandenen Mittel zielgerichtet eingesetzt werden können“. Silhavy kündigte an, diese Forderungen auch in die laufenden Koalitionsverhandlungen einzubringen. Das Symposium könne dazu beitragen, „neue Impulse im internationalen Kampf gegen Frauenhandel zu setzen und somit eine bessere Zukunft für Betroffene zu ermöglichen“, so die Frauenministerin abschließend.
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