Als Alfred Hermann Fried mit 15 Jahren die Schule verließ, um Buchhandlungsgehilfe zu werden, konnte er nicht ahnen, dass seine späteren theoretischen Arbeiten viele Jahre nach seinem Tod bei der Gründung der UNO und der EU eine Rolle spielen würden.
In Berlin zum Verleger avanciert, konnte er von Bertha von Suttner für die Friedensbewegung gewonnen werden. Als Mitbegründer der Deutschen Friedensgesellschaft nahm er regelmässig an internationalen Friedenskonferenzen teil und gab später die Zeitschrift "Friedens-Warte" heraus, die bis zum heutigen Tag erscheint. Sein Ziel war es, eine Weltorganisation zu schaffen, die den Staaten durch eine internationale Rechtsordnung Sicherheit bieten kann und ein friedliches Zusammenleben der Völker ermöglicht.Dass dieses Streben nicht überall Unterstützung gefunden hat, erklärt seine Rückkehr nach Wien, wo er als engster Mitstreiter Bertha von Suttners seine Arbeit fortsetzte. 1911 erhielt er schließlich den Friedensnobelpreis.
Während des Ersten Weltkrieges bekämpfte er von der Schweiz aus, wohin er auf Grund seiner Kritik am Herrscherhaus fliehen musste, zunächst die deutsche Politik und später die Politik der Siegerstaaten. 1918 wurde er von der nationalkonservativen Stadtregierung aus München ausgewiesen.
1921 stirbt Alfred Hermann Fried verarmt in Wien.
Dr. Walter Göhring, Zeithistoriker und wissenschaftlicher Journalist, hat sich auf die Suche nach den Spuren Frieds begeben und dabei in Archiven und Bibliotheken in der Schweiz, den USA, den Niederlanden, Ungarn, der Slowakei und Österreich geforscht. Im Rahmen einer Buchpräsentation dürfen wir im Österreichischen Staatsarchiv nicht nur den Autor, sondern auch Obersenatsrat Dr. Kurt Scholz und den Bildhauer Hubert Flörl begrüßen, der uns den Entwurf des "Alfred-Hermann-Fried-Denkmal" präsentieren wird.
Zeit: Donnerstag, 22. März 2007, 17:00 UhrOrt: Österreichisches Staatsarchiv, Nottendorfergasse 2, 1030 Wien, Vortragsaal