Mittwoch, 17. Dezember 2014

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Ein Jahr Koalition – Faymann: Österreich kann sich mit den Besten messen

Die Spitzen der Bundesregierung haben am 16. Dezember im letzten Ministerrat vor Weihnachten Bilanz über ein Jahr Koalition gezogen. Im anschließenden Pressefoyer unterstrich Bundeskanzler Werner Faymann, dass sich Österreich trotz anhaltender Wirtschaftskrise im Gegensatz zu anderen europäischen Ländern "in einer ausgesprochen stabilen Situation" befinde. Das würden die Kennzahlen zu Beschäftigung, Zinsentwicklung und anderen Standortbewertungen im internationalen Vergleich zeigen. "Wir können uns in vielen wichtigen Bereichen mit den Besten in Europa messen" so Faymann. Das Land habe seit Jahren eine der niedrigsten Arbeitslosenquoten in Europa, die Exportwirtschaft sei stark und in Österreich werde mehr investiert als etwa in Deutschland. Auch künftig werde es darum gehen, "zu beweisen, dass Österreich Modell und Vorbild in Europa ist", erklärte Faymann.

Als Schwerpunkte der Regierungsarbeit nannte der Bundeskanzler u.a. das Arbeitsmarkt-Paket in Höhe von 550 Mio. Euro, die Maßnahmen gegen Sozial- und Lohndumping sowie die Verbesserungen in den Bereichen Soziales und Gesundheit, darunter die erhöhte Familienbeihilfe oder die Gratis-Zahnspangen. Darüber hinaus verwies Faymann auf den Ausbau von Kinderbetreuungseinrichtungen, auf zusätzliche Mittel für Universitäten und Investitionsförderungen für Klein- und Mittelbetriebe. Man investiere gezielt in Zukunftsbereiche wie Bildung (Ausbau der Ganztagesschulen), Forschung und Innovation.

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Steuerreform: Regierungsparteien starten erste Verhandlungsrunde

Die Regierungsparteien SPÖ und ÖVP starten am 17. Dezember unter Federführung von Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner ihre politischen Verhandlungen zur Steuerreform. Das finalisierte Paket soll im März 2015 vorliegen. Verhandelt wird auf Basis der kürzlich präsentierten jeweiligen Partei-Modelle und des Endberichtes der von der Bundesregierung eingesetzten Steuerreform-Kommission. Beide Politiker bezeichnen die Steuerreform als zentrales Projekt der Regierung. Der Bundeskanzler erklärte dazu nach dem Ministerrat am 16. Dezember, entscheidend sei, "dass wir die Finanzierung der Steuerreform zustande bringen, damit am Ende Österreich ein Stück gerechter wird".

Der Bericht der Kommission listet die Möglichkeiten für die geplante Steuerreform auf. Empfohlen wird unter anderem eine Vereinfachung des Steuersystems und des Förderungswesens. Unterschiedliche Positionen vertreten die jeweils von den Koalitionspartnern nominierten Fachleute bei der Umsetzung möglicher Maßnahmen zur Gegenfinanzierung.

Diese Divergenzen spiegeln sich auch in den durchgerechneten Steuerreform-Modellen von SPÖ und ÖVP wieder, wobei allerdings unumstritten ist, den Eingangssteuersatz von derzeit 36,5 Prozent auf 25 Prozent zu senken. Uneinig ist man jedoch beim Spitzensteuersatz: Die SPÖ will diesen statt derzeit ab 60.000 Euro künftig ab 80.000 Euro greifen lassen, die ÖVP ab 100.000 Euro. Familien wollen beide Seiten steuerlich entlasten. Konsens besteht etwa auch darüber, einige steuerliche Ausnahmen zu streichen. Das Gesamtvolumen der Steuerentlastung beträgt nach SPÖ-Berechnung 6,05 Mrd. Euro (ab 2015 oder 2016), die ÖVP veranschlagt 5,0 Mrd. Euro (ab 2016).

Knackpunkt bei der Gegenfinanzierung sind die Vermögenssteuern: Die SPÖ bzw. Fay-mann spricht sich klar für eine – auch vom ÖGB – favorisierte Erbschafts- und Schenkungssteuer aus. Die ÖVP lehnt das ab und setzt u.a. auf Steuerbetrugsbekämpfung – hier trifft man sich mit der SPÖ, Einsparungen etwa in der Verwaltung sowie "Selbstfinanzierung" (durch mehr Konsum und höhere Kaufkraft).

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Ministerrat: Neues Islamgesetz

Die Bundesregierung hat am 10. Dezember ihren Entwurf zum neuen Islamgesetz beschlossen. Nach Beschlussfassung im Nationalrat soll das Gesetz Anfang 2015 in Kraft treten und damit Rechtssicherheit, aber auch Pflichten für Musliminnen und Muslime in Österreich bringen. Die Islamische Glaubensgemeinschaft in Österreich (IGGiÖ) war in den Entstehungsprozess eingebunden.

Die neuen Regelungen gelten nun für zahlreiche islamische Vereine: So gibt es strengere Kriterien für das Betreiben von Gebetshäusern und Moscheen. Zudem müssen Imame, die aus dem Ausland – etwa der Türkei – finanziert werden, Österreich Ende 2015 verlassen.

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Neues Fortpflanzungsmedizingesetz

Der Ministerrat hat am 10. Dezember die Novelle des Fortpflanzungsmedizingesetzes beschlossen. Damit wird lesbischen Paaren die Samenspende ermöglicht, erlaubt sind auch Eizellen- bzw. Samenspenden Dritter bei der In-vitro-Fertilisation und mit Beschränkung die Präimplantationsdiagnostik.

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Bundeskanzler Faymann: Österreich als Brückenbauer

Der Rückblick auf ein Jahr Regierungsarbeit bot für Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Reinhold Mitterlehner nicht nur Anlass zu einem innenpolitischen Resümee, sondern auch für eine Bilanz über außen- bzw. europapolitische Erfolge: Im internationalen Umfeld habe sich Österreich weiter als "Brückenbauer" positioniert, erklärte der Bundeskanzler nach dem Ministerrat am 16. Dezember. Sowohl im Europarat (Vorsitz im Ministerkomitee des Europarats von November 2013 bis Mai 2014) als auch bei den jüngsten Wiener Atomverhandlungen mit dem Iran habe Österreich sein internationales Engagement unter Beweis gestellt. Eine weitere Gelegenheit werde sich mit der Übernahme des OSZE-Vorsitzes im Jahr 2017 ergeben.

Auch die Rückkehr Bosniens und Herzegowinas auf die EU-Agenda sei der Initiative Österreichs zu verdanken, so Faymann. Im Ukraine-Konflikt setze Österreich weiterhin auf Dialog.

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Bundeskanzler Faymann traf Amtskollegen aus Kroatien und Slowenien

Das Investitionspaket der EU-Kommission sei ein wichtiges Projekt, werde aber keine Trendwende in Europa herbeiführen, erklärte Bundeskanzler Werner Faymann am 9. Dezember in der kroatischen Hafenstadt Opatija beim dritten trilateralen Treffen mit seinen Amtskollegen aus Kroatien und Slowenien, Zoran Milanovic und Miro Cerar. Das von EU-Kommissionspräsident Jean-Claude Juncker initiierte Investitionspaket im Wert von 315 Mrd. Euro war ein zentrales Thema.

Die wirtschaftliche Schwäche, die ein solches Paket nötig mache, habe viele Ursachen, so Faymann. Eine davon sei, dass zu wenig gemeinsame Wirtschaftspolitik betrieben werde. So habe die EU etwa im Gegensatz zu den USA keine Nationalbank, um die Wirtschaft anzukurbeln. Eine andere Schwäche sei, dass die EU-Länder bei Staatsschulden sehr stark den Finanzmärkten ausgeliefert seien und keine gemeinsamen Haftungen, etwa Project bonds, hätten. Zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit und Belebung der Wirtschaft brauche es mehr als nur einen Plan, meinte Faymann.

Weitere Themen des Treffens waren die Ukraine-Krise, die Integration des Westbalkans in die EU sowie die Energiesicherheit, nachdem Russland den Bau der Pipeline South Stream vorerst gestoppt hat.

In Sachen EU-Erweiterung begrüßten die drei Regierungschefs die Erteilung des EU-Kandidatenstatus für Albanien und betonten die Wichtigkeit, Mazedonien im Fokus zu behalten sowie die Bedeutung einer baldigen Unterzeichnung des Stabilisierungs- und Assoziierungsabkommens mit dem Kosovo. Fay-mann, Milanovic und Cerar sprachen sich für eine rasche Fortsetzung des Dialogs zwischen Belgrad und Prishtina aus. Künftig will man auch eine aktivere Rolle bei der EU-Integration von Bosnien und Herzegowina einnehmen. 2015 findet das Treffen in Österreich statt.

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Österreich OSZE-Vorsitzland 2017

Österreich wird 2017 den Vorsitz der Organisation für Sicherheit und Zusammenarbeit in Europa (OSZE) übernehmen. Das wurde am 5. Dezember bei der Jahreskonferenz der 57 OSZE-Mitgliedstaaten in Basel beschlossen. Ab Jänner 2015 übernimmt Serbien den Vorsitz von der Schweiz, 2016 wird Deutschland das Vorsitzland sein.

"Der OSZE-Vorsitz stärkt Österreichs Rolle als Brückenbauer, wie zuletzt bei den Iran-Atomgesprächen", begrüßte Außenminister Sebastian Kurz die Entscheidung, Österreich zum Vorsitzland 2017 zu wählen. Ähnlich äußerte sich Bundeskanzler Werner Faymann in einer Aussendung: "Unser Land wird sich in der Rolle als Brückenbauer auch weiterhin für Frieden und Stabilität in Europa einsetzen", so Faymann. Nicht zuletzt die Ukraine-Krise
veranschauliche auf sehr dramatische Weise, wie wichtig es sei, sich immer wieder neu um Ausgleich und Vermittlung zu bemühen.

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Außenminister Kurz: Hilfe für Syrien-Flüchtlinge in Region verstärken

Außenminister Sebastian Kurz hat am Rande des EU-Außenministerrates in Brüssel am 15. Dezember eine verstärkte Hilfe für die vom Bürgerkrieg betroffenen syrischen Flüchtlinge vor Ort gefordert. Eine bestmögliche Betreuung der Menschen in der Region sei auch aus österreichischer Perspektive richtig, um die Flüchtlingsströme zu reduzieren.

Zudem dürfe man es dem Islamischen Staat (IS) nicht erlauben, andere religiöse Gruppen dauerhaft aus dem Land zu treiben. Nach der beim heutigen Treffen angekündigten Einrichtung eines EU-Syrien-Hilfsfonds werde Österreich 2015 seinen Teil beisteuern. Österreich habe heuer rund 30.000 Flüchtlinge aufgenommen: "Das ist eine im europäischen Vergleich extrem hohe Zahl", so Kurz. Man nehme also mehr Verantwortung wahr als andere EU-Länder, die nun gefordert seien.

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Export bleibt wichtiger Motor für die Wirtschaftsentwicklung

Im bisherigen Jahresverlauf von Jänner bis September konnten die Zahl der Ausfuhren um 1,1 Prozent gesteigert und das Handelsbilanzdefizit von 3,63 Milliarden Euro auf 2,28 Milliarden Euro verringert werden. Besonders große Zuwächse gab es im Zeitraum Jänner bis September bei den drei bedeutendsten Partnerländern außerhalb der Europäischen Union: Die Exporte in die Vereinigten Staaten stiegen um 8,3 Prozent, in die Schweiz um 5,5 Prozent sowie nach China um 10 Prozent.

Wie wichtig der Export für Österreichs Wirtschaft ist, zeigt auch die aktuelle Wirtschaftsprognose der Nationalbank. 2015 soll die Wirtschaft nur um 0,7 Prozent wachsen, der Export aber um 2,5 Prozent. "Wir setzen seit mehreren Jahren stärker auf die Förderung der Exporte in wachstumsstarke Länder außerhalb der Union. Das kommt uns im schwachen Umfeld zu Gute", erklärt dazu Vizekanzler und Wirtschaftsminister Reinhold Mitterlehner.

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OECD-Bericht zur Arbeitsmigration

In der aktuellen OECD-Studie "Recruiting immigrant workers" geht es in dem Österreich gewidmeten Teil hauptsächlich um das relativ kleine Segment der Zuwanderung von Schlüssel- und Fachkräften im Rahmen des Rot-Weiß-Rot-Karten-Systems. Denn etwa 76 Prozent der gesamten dauerhaften Arbeitsmigration kommen aus EU-Ländern. Diese Arbeitskräfte weisen Qualifikationen im mittleren und höheren Qualifikationssegment auf, wo offenbar auch der überwiegende Bedarf der Wirtschaft besteht. Die Studie gilt als ein wichtiger Beitrag für die bereits laufende Diskussion zur Evaluierung und Weiterentwicklung der Rot-Weiß-Rot-Karte, die auch im Regierungsprogramm vorgesehen ist.

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Ausbau der Schifffahrt auf der Donau

Mit einer schiffbaren Länge von 2.415 Kilometer ist die Donau eine der bedeutendsten Wasserstraßen Europas. In ihrem Einzugsgebiet leben rund 80 Millionen Menschen. Darum wurde auf Initiative von Österreich und Rumänien die Donauraumstrategie entwickelt, deren Ziel eine engere wirtschaftliche, politische, kulturelle und wissenschaftliche Kooperation aller Länder entlang der Donau ist.

Vereinbart wurden nun die nötigen Investitionen zur Sicherstellung und weiteren Verbesserung der Instandhaltung der Donau-Fahrrinne. Als Grundlage für zukünftige Maßnahmen der einzelnen Anrainerstaaten gilt zukünftig der "Masterplan zur Erneuerung und Instandhaltung des Donau-Fahrwassers".

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Österreichs Weltraumindustrie beteiligt sich an Ariane 6

Die European Space Agency (ESA) einigte sich über die Zukunft des Trägersystems Ariane: Beschlossen wurde der Bau einer neuen, konkurrenzfähigen Trägerrakete Ariane 6. 12,5 Millionen Euro sind im Forschungsbudget des Bundesministeriums für Verkehr, Innovation und Technologie für die Entwicklung von Ariane reserviert. Weltraumminister Alois Stöger freut sich über den Verhandlungserfolg, dass Österreichs Investitionen an klare Bedingungen geknüpft sind: "Wir investieren genau in dem Umfang, in dem unsere Unternehmen wieder beteiligt werden. Die österreichische Weltraumindustrie erhält auch weiterhin einen fairen und offenen Zugang zu den Ausschreibungen der ESA." Von Österreichs Stellung im technologischen Spitzenfeld der Weltraumforschung profitieren auch zahlreiche Klein- und Mittelbetriebe als Zulieferer.

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Pro-Kopf-Kaufkraft übersteigt erstmals die Grenze von 20.000 Euro

Die Pro-Kopf-Kaufkraft in Österreich stieg heuer inflationsbereinigt um 0,3 Prozent auf 20.389 Euro und überschritt damit erstmals die 20.000-Euro-Marke. Allerdings profitiert der Einzelhandel kaum von dem leichten Plus. Denn je reicher die Menschen werden, desto mehr geben sie prozentuell fürs Wohnen, Pensionsvorsorge, Bildung oder Reisen und Freizeit aus, wie eine aktuelle Studie belegt. Rund 30 Prozent der verfügbaren Kaufkraft gibt eine Österreicherin im Durchschnitt für Einzelhandelsprodukte aus – dieser Anteil lag vor rund zehn Jahren noch bei etwa 40 Prozent.

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10 Jahre Unternehmerführerschein

Bei diesem schulischen Angebot, so erläutert Bildungsministerin Gabriele Heinisch-Hosek, "werden nicht nur unternehmerische Qualifikationen im engeren Sinn vermittelt, die auch Lust auf die Selbstständigkeit machen, sondern auch die Grundlagen der Volkwirtschaftslehre mit einbezogen." Über 26.000 österreichischen Schülerinnen und Schülern erwarben bisher den Unternehmerführerschein, er gilt zudem als europaweit anerkanntes Leuchtturmprojekt für unternehmerische Bildung. Angeboten wird er mittlerweile auch in Deutschland, Italien, der Schweiz, Frankreich, Polen, Tschechien, dem Kosovo und Albanien, ab dem nächsten Schuljahr zudem in Malta und Qatar.

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Erhöhung des Universitätsbudgets stärkt Wissensgesellschaft

"Wir können den Universitäten zusätzlich 615 Millionen Euro zur Verfügung stellen", freut sich Vizekanzler und Wissenschaftsminister Reinhold Mitterlehner über die erzielte Einigung mit dem Finanzministerium. Dadurch wird das Gesamtbudget der Universitäten in der Leistungsvereinbarungsperiode 2016 bis 2018 mit 9,72 Milliarden Euro um 6,75 Prozent höher sein als im aktuellen Budgetzeitraum 2013 bis 2015 (9,11 Milliarden Euro).

Zusätzlich stehen 200 Millionen Euro aus Mitteln der Bundesimmobiliengesellschaft (BIG) für die Universitäten zur Verfügung, um Bauprojekte und Infrastrukturmaßnahmen voranzutreiben. In Summe erhalten die Universitäten somit 815 Millionen Euro an zusätzlichen Mitteln. Neben der Budgetaufstockung bei den Universitäten gibt es auch neue Mittel für die Fachhochschulen.

Angestrebt werden ferner die Kooperation zwischen einzelnen Hochschulen und der Wirtschaft, die Internationalisierung und die Profilbildung an den einzelnen Standorten. Zudem sollen die Rahmenbedingungen für die Studierenden und Lehrenden weiter verbessert werden, zum Beispiel durch ein günstigeres Betreuungsverhältnis.

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Leistungsvereinbarung für Österreichische Akademie der Wissenschaften

Um bisherige Erfolge etwa bei den ERC-Grants auszubauen, wird ein neues durchgängiges und durchlässiges Karrieremodell nach Exzellenzkriterien umgesetzt. Zudem wird an der ÖAW ein Innovationsfonds "Forschung, Wissenschaft, Gesellschaft" eingerichtet, um kompetitive Mittel für die innovativsten Ideen zu vergeben. Ein Intellectual Property Rights-Management erweitert ferner den Fokus über Patente hinaus auf die systematische Nutzung von Förderinstrumenten des Austria Wirtschaftsservice (aws), Spin-Offs und die Beteiligung an Wissenstransferzentren der Universitäten.

Seit 2014 ist die ÖAW durch ihr Zentrum für Digitale Geisteswissenschaften die zentrale österreichische Koordinationsstelle für alle entsprechenden Aktivitäten. Im Zeitraum 2014 bis 2017 stehen dafür in Summe 1,6 Millionen Euro zur Verfügung. Zudem befassen sich zwei aktuelle Ausschreibungen mit den Digitalen Geisteswissenschaften: Die mit 600.000 Euro dotierte "go!digital", deren Schwerpunkt auf innovativen Analysemethoden liegt und die "Digital Humanities", in deren Rahmen vier Millionen Euro aus Mitteln der Nationalstiftung für die Sicherung des kulturellen Erbes vergeben werden.

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Ganztagsschule: Tägliche Bewegungseinheit beschlossen

Ganztagsschulen dürfen zwar weiterhin autonom festlegen, wie viel Zeit für Lernen und Freizeit vorgesehen ist. Ab dem Schuljahr 2015/16 sind dabei aber "Bewegungseinheiten in ausreichender Zahl sicherzustellen", sodass es fünf davon pro Woche gibt, heißt es in der Novelle. Außerdem dürfen nicht mehr nur Freizeitpädagogen im Freizeitteil die Schüler betreuen, sondern auch Sporttrainer. Für Trainer wird die Anerkennung bestehender Qualifikationen an Pädagogischen Hochschulen (PH) deshalb erleichtert, darüber hinaus wird ein zusätzlicher Ausbildungsweg zum "Bewegungscoach" neu etabliert.

Eine weitere Neuerung soll eine "Qualitätsoffensive" bei den Ganztagsschulen bringen: Künftig werden auch die Aufgaben und Ziele von Lernzeit bzw. die Ausgestaltung von Freizeit über die Betreuungspläne als Teil der Lehrpläne aufgenommen und präzisiert.

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Österreich auf Platz eins als Gastland für deutsche Studierende

Österreich ist bereits zum vierten Mal das beliebteste Gastland deutscher Studierender. Insgesamt studierten im Studienjahr 2012/13 mehr als 32.000 Deutsche an österreichischen Hochschulen. Das sind 23,2 Prozent aller deutschen Auslandsstudenten. Bei den AbsolventInnen liegt Österreich allerdings hinter den Niederlanden und Großbritannien nur auf Platz drei. Am häufigsten studieren die Deutschen in Österreich Rechts-, Wirtschafts- und Sozialwissenschaften. Weit abgeschlagen folgen die Fächergruppe Sprach- und Kulturwissenschaften sowie Sport und Humanmedizin/Gesundheitswissenschaften.

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Die Uni Wien feiert 2015 ihr 650-jähriges Bestehen.

Am 12. März 2015 erlebt die Universität Wien, die älteste Hochschule im deutschen Sprachraum, ihren 650. Jahrestag, sie war damals von Rudolf IV. nach dem Vorbild der Karls-Universität in Prag geschaffen worden. Zunächst gab es vier Fakultäten, Medizin, Theologie, Recht, Philosophie. Das Herzogskolleg nächst der Dominikaner-Kirche (heute in der Postgasse) war der erste Standort der Universität. Die Grundsteinlegung für das Hauptgebäude am Ring erfolgte im Jahr 1873.

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Großer Österreichischer Staatspreis an Beat Furrer

Am 6. Dezember verlieh Kulturminister Josef Ostermayer an den Dirigenten, Komponisten und Mitbegründer des Klangforum Wien, Beat Furrer (*1956, Schaffhausen), der gleichzeitig seinen 60. Geburtstag feierte, den Großen Österreichischen Staatspreis. Die Laudatio hielt dabei Klangforum-Intendant Sven Hartberger. Zuvor wurde in Klosterneuburg – Furrer lebt in Kritzendorf – ein Fest für ihn ausgerichtet, bei dem der Geehrte selbst dirigierte. Mit Furrer wurde seit 2010 erstmals wieder ein Musiker mit der mit 30.000 Euro dotierten höchsten künstlerischen Ehrung der Republik ausgezeichnet. Der Kunstsenat begründete seine Wahl mit Furrers "unverwechselbarem Stil, der geprägt ist von der menschlichen Stimme und der Wechselbeziehung von Klang, Sprache und Optik, auf Basis anspruchsvoller Texte". Furrer, der in Wien Musik studierte, gehört international zu den geachtetsten Komponisten, dessen Werke von renommierten Konzertinstitutionen, Festivals und Opernhäusern wahrgenommen werden. 1985 gründete er gemeinsam mit Viktor Liberda das Klangforum Wien, dem Furrer bis 1992 als künstlerischer Leiter und Dirigent eng verbunden war.

In seinem international hoch anerkannten Musiktheaterwerk übersetzt der Komponist Sprache in Klänge, beginnend mit dem 1989 im Rahmen von Wien Modern aufgeführten, ersten abendfüllenden Werk dieser Gattung, "Die Blinden" nach Maurice Maeterlinck. Anspruchsvolle Texte sind in seinen Werken von großer Bedeutung, werden aber oftmals in Vokale und Silben zerlegt, bis die Sprache selbst nicht mehr auszumachen ist – bei Ingeborg Bachmann im bejubelten "Wüstenbuch" ebenso wie bei Ovid in "Narcissus", Marguerite Duras in "Invocation" oder Leonardo da Vinci im A-cappella-Zyklus "Enigma". Im Mai 2015 wird in Hamburg die Auftragsoper "la bianca notte/die helle nacht" aufgeführt werden, die dem Werk des italienischen Dichters Dino Campana (1885-1932) nachspürt. Furrer tritt aber auch als Pianist, Dirigent und Professor für Komposition (Graz, Frankfurt) in Erscheinung.

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Otto Mauer Preis 2014 an Nilbar Güres

Die 1977 in Istanbul geborene und in Wien und Istanbul arbeitende Künstlerin Nilbar Güres gewann den Otto Mauer Preis 2014. Die mit 11.000 Euro dotierte Auszeichnung wurde am 9. Dezember in den Festräumen des Erzbischöflichen Palais übergeben. Eine Ausstellung mit Arbeiten der Preisträgerin wird bis 1. Februar 2015 im JesuitenFoyer gezeigt. Zuletzt waren ihre Arbeiten auf der 31. Sao Paulo Biennale und im Foto Kunst Stadtforum in Innsbruck zu sehen. Mit Nilbar Güres "(…)wird eine starke Persönlichkeit ausgezeichnet, die in ihren Arbeiten Kulturkreise verbindet, Gespräche anstößt und Kommunikationsprozesse aufbaut", so die Jury. Güres beziehe die kunsthistorischen und ästhetischen Traditionen westlicher wie östlicher Kulturkreise ein und greife dabei "in direkter und authentischer Weise gesellschaftspolitisch relevante Themen auf, ohne dabei klischeehaft zu wirken". http://www.otto-mauer-fonds.at

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Bischof Erwin Kräutler erhält den Ehrenpreis des Buchhandels 2014

Der mit 10.000 Euro dotierte Ehrenpreis des österreichischen Buchhandels für Toleranz in Denken und Handeln geht 2014 an Bischof Erwin Kräutler (75). Er wird Anfang Mai 2015 im Rahmen von Kräutlers nächstem Besuch in Österreich überreicht. "Bischof Erwin Kräutler kämpft kompromisslos und beharrlich für die Menschen am Amazonas, deren Lebensraum durch die Abholzung von Regenwäldern und die Regierungspläne zur Errichtung des Staudammes Belo Monte massiv bedroht ist", so die Jury. Seine zahlreichen Bücher geben Einblick in ein von Mitmenschlichkeit geprägtes Lebenswerk. Kräutler ist seit 1981 Bischof der Prälatur Xingu, Brasilien ist. Er wurde u.a. mit dem Romero-Preis und 2010 mit dem Alternativen Nobelpreis ausgezeichnet.

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Georg-Trakl-Preis für Lyrik 2014 an Waltraud Seidlhofer

Der mit 8.000 Euro dotierte Georg-Trakl-Preis Lyrik 2014 (je zur Hälfte von der Republik Österreich und dem Land Salzburg) ging an die Autorin Waltraud Seidlhofer (*1939, Linz). Den mit 3.000 Euro dotierten Förderpreis erhielt der Lyriker Peter Enzinger.

Seidlhofer war Bibliothekarin, Mitglied der Linzer Künstlervereinigung Maerz und Gründungsmitglied der Grazer Autorinnen- und Autorenversammlung. Sie schreibt sowohl Lyrik als auch Prosa. Bisher wurden 19 Bücher publiziert, zuletzt "Ausgewählte Gedichte" (2009), "stadtalphabet" (2010), "Singapur oder der Lauf der Dinge" (2012) und gemeinsam mit ihrem Mann, dem Schriftsteller Gregor M. Lepka, "Danu/Donau, eine Reise" (2012). Ihre lyrische Prosa und ihre Gedichte sind Bestandsaufnahmen, die mit Techniken der klassischen Moderne arbeiten und bei aller Abstraktion nie den Bezug zur Wirklichkeit verleugnen. Enzinger stammt aus Zell am See und lebt jetzt in Wien. Der Lyriker wurde bereits 2005 mit dem Förderungspreis der Stadt Wien geehrt. Die Auszeichnungen an Seidlhofer und Enzinger erfolgten im 100. Todesjahr von Georg Trakl. Die offizielle Verleihung fand beim Dialoge-Festival der Stiftung Mozarteum am 4. Dezember im Wiener Saal des Mozarteums statt.

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Austrian World Music Awards

Nach dreijähriger Pause wurden am 13. Dezember im Wiener Jazzclub Porgy&Bess wieder die Austrian World Music Awards vergeben, wobei ein Abschlusskonzert der sechs FinalistInnen den Wettbewerb krönte. Die gebotenen Stilrichtungen des Finales, das von der IG World Music Austria, der Interessensgemeinschaft für Weltmusik in Österreich, ausgerichtet wurde, reichten dabei von Celtic Folk über afrikanische Rhythmen bis Balkan-Pop. Es spielten das Wiener Balkan-Quartett Madame Baheux, das mit dem Hauptpreis (2.500 Euro) ausgezeichnet wurde, das Quartett Black Market Tune (Celtic Folk), das den Förderpreis (1.500 Euro) erhielt, Edith Lettner und ihre Band African Jazz Spirit, die den Publikumspreis (1.000 Euro) gewinnen konnte, das Trio Sormeh, das Mereneu Projekt des brasilianischen Gitarristen Emiliano Sampaio,
sowie der Syrer Salah Ammo mit dem österreichischen Jazz-Musiker Peter Gabis. Der Ehrenpreis der Jury wurde Josef "Jo" Aichinger, Gründer des Kremser Glatt&Verkehrt Festivals, zugesprochen. http://www.worldmusicawards.at

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Europäischer Filmpreis

Bei der Verleihung des 27. Europäischen Filmpreises durch die European Film Academy (EFA) am 13. Dezember in Riga erhielten die Deutschen Natascha Curtius-Noss und Claus-Rudolf Amler Preise für Kostüm- sowie Szenenbild des österreichischen Alpendramas "Das finstere Tal" von Andreas Prochaska. In der Kategorie Dokumentarfilm gewann "Master of the Universe" des Stuttgarter Regisseurs Marc Bauder, eine deutsch-österreichische Koproduktion (Nikolaus Geyrhalter Filmproduktion) über die Bankenbranche.

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Linz ist eine "Creative City" der UNESCO

Am 1. Dezember wurde Linz in der Sparte "Media Arts" in das UNESCO-Netzwerk Creative Cities (Kreative Städte) aufgenommen. Nach Graz (Design) ist die Heimat von Ars Electronica und Klangwolke nun die zweite österreichische Stadt, die es auf diese illustre Liste, auf der sich auch Bologna, Berlin, Sydney oder Buenos Aires befinden, geschafft hat. Sie zählt nun weltweit 69 Mitglieder, die sich in den Kreativwirtschaftsbereichen Literatur, Film, Musik, Kunsthandwerk, Design, Gastronomie oder Medienkunst hervorgetan haben.

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Brauer-Werkschau im Leopold Museum

Im Wiener Leopold Museum bietet bis 16. Februar die Schau "Arik Brauer - Gesamt.Kunst.Werk" mit 270 Werken einen tiefen Einblick in das Schaffen des 85-jährigen Universalkünstlers. Ein Drittel davon ist erstmals öffentlich zu sehen. Arik Brauer will mit seiner charakteristischen, farbintensiven Darstellung "Geschichten erzählen", die aber nicht an der Oberfläche bleiben, sondern sich kritisch mit Umwelt, Politik und Geschichte auseinander setzen, z.B. im 1996/97 entstandenen "Tschernobyl-Triptychon", dem Zyklus "Verfolgung des jüdischen Volkes" (1974/75) oder mehreren Werken gegen die Unterdrückung der Frauen (in der Dritten Welt).

Architekt Gustav Peichl inszenierte das dem Phantastischen Realismus zuzuordnende Werk Brauers eindrucksvoll: Einen eigenen Raum nehmen Tempera-Arbeiten ein, aber auch Keramiken und Bleistiftzeichnungen werden präsentiert. Ein Pavillon, dessen sechs Außenwände Arik Brauer an sechs Sonntagen live vor Publikum bemalt, während im Inneren ein Film über ihn gezeigt wird, ist von sechs Schaukästen umgeben, in denen Fotos, Dokumente, Bücher, Schallplatten und kleine Plastiken des Künstlers zu sehen sind. http://www.leopoldmuseum.at

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Künstler-Sozialversicherung wird ausgeweitet

Der Nationalrat beschloss gegen die Stimmen der FPÖ, die eine Bevorzugung von Künstlern gegenüber "Normalbürgern" ortete, dass der Zugang zur Künstler-Sozialversicherung erleichtert wird. Demnach werden künftig etwa 500 KünstlerInnen mehr von der Sozialversicherung profitieren. Für einen Anspruch waren bisher Einkommen zwischen 4.743,72 Euro und 23.718 Euro im Jahr erforderlich, künftig kann jedoch über drei Jahre berechnet werden (Untergrenze bleibt gleich, Obergrenze wird auf 25.695,15 Euro angehoben). Außerdem soll eine wahlweise Orientierung am Jahresumsatz statt nur am Jahresgewinn ermöglicht werden. Eingerichtet wird zudem ein mit 500.000 Euro dotierter Unterstützungsfonds für Notfälle.

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Der menschliche Fußabdruck aus dem All gesehen - Ausstellung im NHM

Seit Jahrtausenden verändert der Mensch seine Umwelt, sein Einfluss auf die Erde ist so groß, dass man bereits vom Zeitalter des "Anthropozäns" spricht. Besonders deutlich wird das Ausmaß drastischer, menschlicher Eingriffe auf Satellitenfotos (eoVision, Salzburg). 2011 ist dazu ein opulenter Bildband erschienen, 56 großformatige Bilder daraus zeigt das Naturhistorische Museum (NHM) bis 8. März 2015 in der Ausstellung "Human Footprint: Menschliches Handeln im Satellitenbild", die im Rahmen von "Eyes On - Monat der Fotografie" eröffnet wurde. Die 56 Satellitenbilder können gekauft werden (240-990 Euro), mit dem Erlös wird das NHM unterstützt. http://www.nhm-wien.ac.at/

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NÖ Nationalpark-Zentrum Donau-Auen verzeichnete Besucherplus

Das Besucherzentrum des Nationalparks Donau-Auen, Schloss Orth, hat in der abgelaufenen Saison knapp 25.000 zahlende Gäste bei Führungen und Veranstaltungen verzeichnet. Das entspricht einem Plus von rund 15 Prozent gegenüber dem Vorjahr. Großes Interesse gab es bei slowakischen Gästen, für die es Angebote in ihrer Landessprache gibt: 9 Prozent reisten individuell aus dem nahen Nachbarland an, bei den betreuten Gruppen lag der Anteil bei 31Prozent. Gut besucht waren die Zusatzangebote wie das Frühlingsfest (1.500 Besucher) und das erste "Campfire" im September mit einem Live-Konzert von Ernst Molden. 2015 öffnet sich das "Tor zur Au" am 21. März. http://www.donauauen.at

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"Austrian Barcode of Life" Projekt

Von der Alpenrose am Arlberg, über die Eierschwammerln im Salzkammergut bis zum Zander im Neusiedlersee - bei allen 70.000 Pflanzen-, Pilz- und Tierarten Österreichs ermitteln WissenschaftlerInnen unter der Leitung von Biologin Elisabeth Haring im Projekt "Austrian Barcode of Life (ABOL)" einen "genetischen Strichcode". Damit können sie rasch und zuverlässig bestimmt werden, und gleichzeitig wird die Artenvielfalt in Österreich erfasst. Als "Strichcode" werden Sequenzen der Erbsubstanz (DNA) verwendet, die als eindeutige Kennzeichen für die Artbestimmung genutzt werden können. Dazu werden österreichweit Organismen jeder Art gesammelt, aber auch geographische Unterschiede der einzelnen Arten erfasst. Die DNA-Codes werden sodann in einer Referenzdatenbank gespeichert und allen Forschern, Gesundheitsbehörden, Medizinern, Forensikern sowie Gewässer- und Zoll-Kontrolleuren zur Verfügung gestellt werden. Sie ermöglichen jederzeit eine eindeutige Bestimmung, was etwa das Gewässer-Monitoring vereinfache und kostengünstiger mache. ABOL erfüllt aber auch einen rechtlichen Aspekt, denn Österreich hat die europäische Biodiversitätskonvention ratifiziert und sich damit verpflichtet, die Artenvielfalt im Land zu erheben. Die Projektpartner sind das Naturhistorische Museum (NHM) Wien, die Veterinärmedizinische Universität Wien, die Universität Graz und die Tiroler Landesmuseen. http://www.abol.ac.at/

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UN-Weltklimakonferenz

Das Ergebnis des Klimagipfels in Lima, Peru, bezeichnete Umweltminister Andrä Rupprechter als "eine tragfähige Basis für die Erarbeitung eines globalen Klimavertrages (…)", allerdings stünden im kommenden Jahr intensive Verhandlungen bevor – der Weltklimavertrag soll im Dezember 2015 in Paris abgeschlossen werden. Über einen "Green Climate Fund" wollen die teilnehmenden Staaten Klimaschutzprojekte finanzieren, an denen sich Österreich seitens des Bundes mit 25 Millionen Dollar beteiligen will, Bundesländer und Wirtschaft sollen noch einmal 25 Millionen Dollar beisteuern. Grüne und Umweltschutzgruppen wie der WWF zeigten sich vom Ergebnis des Gipfels enttäuscht, zumal Österreich die Kyoto-Ziele verfehlt hat.

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Verkehrsclub fordert Klimaschutzpaket für Gütertransport

Die CO2-Emissionen des Lkw-Verkehrs haben EU-weit massiv zugenommen, sie haben sich aber auch in Österreich laut dem Verkehrsclub Österreich (VCÖ) seit dem Jahr 1990 mehr als verdoppelt. Von 80,4 Mio. Tonnen Treibhausgasen, die Österreich 2013 laut Umweltbundesamt verursachte, entfiel ein Anteil von 9,2 Mio. Tonnen nur auf den Lkw-Verkehr, d.h. ebenso viel wie für den gesamten Sektor Raumwärme. Der Club fordert daher ein umfassendes Klimaschutzpaket für einen effizienteren Gütertransport. Für einen Teil der Emissionszunahme ist der Kraftstoffexport verantwortlich. Diesel ist in Österreich deutlich billiger ist als in Italien oder der Schweiz, weil er gegenüber Benzin steuerlich begünstigt ist, obwohl Dieselabgase mehr gesundheitliche Stickoxide enthalten. Daher füllen viele Lkw ihre Tanks in Österreich.

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