Montag, 19. Dezember 2011

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Bundeskanzler Faymann: Schuldenbremse rasch in die Verfassung

Bundeskanzler Werner Faymann und Vizekanzler Außenminister Michael Spindelegger warben in einer Sondersitzung des Nationalrats am 14. Dezember neuerlich für die möglichst rasche Verankerung der Schuldenbremse in der österreichischen Verfassung.

Als einfaches Gesetz haben die Koalitionspartner SPÖ und ÖVP die Schuldenbremse bereits am 6. Dezember durch den Nationalrat gebracht. Seither laufen intensive Gespräche, denn in einem zweiten Schritt soll nun der verfassungsrechtliche Status erreicht werden. Vor allem seit dem jüngsten EU-Krisengipfel in Brüssel (12. Dezember) argumentiert die Regierungsspitze mit dem dort beschlossenen Fiskalpakt, der unter anderem eine Schuldenbremse in allen Euroländern vorsieht.

Die Schuldenbremse in der Verfassung sorge dafür, dass Österreich über ein Fundament verfüge, um künftig bei Bedarf entsprechende Maßnahmen zu setzen. "Wir brauchen dieses Fundament für eine berechenbare Wirtschaftspolitik. Wir dürfen nicht den Finanzmärkten die Zukunft überlassen", so Faymann. Bis April 2012 sollten die notwendigen Konsolidierungsmaßnahmen für das Budget 2012 erfolgt sein.

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Bundesregierung beschloss Reform der Verwaltungsgerichte

Die Bundesregierung hat am 13. Dezember im Ministerrat die Reform der Verwaltungsgerichtsbarkeit beschlossen. Damit werden rund 120 weisungsfrei gestellte Berufungssenate und Sonderbehörden durch neun Landesverwaltungsgerichte und zwei gleichrangige Einrichtungen des Bundes, also insgesamt 11 Gerichte, ersetzt. Weiters wird das Bundesamt für Asyl und Migration eingerichtet, geplanter Start ist 2013.

Bundeskanzler Werner Faymann sprach von der "größten Reform des Rechtsschutzes seit Bestehen unserer Bundesverfassung". Damit würden raschere Verfahren und schlankere Strukturen sichergestellt, so Faymann. Für Vizekanzler Michael Spindelegger bringt die Reform der Verwaltungsgerichte zudem mehr Standortqualität für Österreich.

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Assistenzeinsatz des Bundesheeres im Burgenland zu Ende

Der Assistenzeinsatz des österreichischen Bundesheeres im Burgenland ist am 14. Dezember zu Ende gegangen. Damit endet nach 21 ‚Jahren auch die Präsenz des Bundesheeres im ostösterreichischen Grenzraum. Verteidigungsminister Norbert Darabos sprach in diesem Zusammenhang von einem "Stück österreichischer Geschichte". Es sei ein "bisschen Wehmut" dabei, den Einsatz zu beenden, "aber wir gehen guten Gewissens, übergeben jetzt ans Innenministerium und wissen, dass wir diese 21 Jahre für Österreich Gutes und Wichtiges in der Sicherheitspolitik geleistet haben", sagte Darabos bei einer Pressekonferenz in der Martin-Kaserne in Eisenstadt.

Die Soldaten hätten über zwei Jahrzehnte hinweg einen entscheidenden Beitrag zur Sicherheit der Bevölkerung im Grenzraum und im gesamten Bundesgebiet geleistet, so Darabos.

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Einkommen: Frauen hinter Männern

Das mittlere Bruttojahreseinkommen von unselbständig erwerbstätigen Frauen in Österreich liegt laut jüngster Daten der Statistik Austria unverändert nur bei 60 Prozent des Einkommens der Männer. 2010 kamen Frauen auf einen Medianwert von 18.270 Euro, Männer auf 30.316 Euro. Bei den ganzjährig Vollbeschäftigten erreichten Frauen immerhin 81 Prozent. Topverdienste von mehr als 500.000 Euro erzielten fast zur Gänze männliche Angestellte.

In der Privatwirtschaft ist der geschlechtsspezifische Einkommensunterschied deutlich größer als im öffentlichen Dienst. Arbeiterinnen erreichten mit brutto 10.492 Euro im Jahr nur rund 44 Prozent der vergleichbaren Männereinkommen. Weibliche Angestellte, mit rund einer Million Personen die größte Gruppe, erzielten ein mittleres Einkommen von 20.292 Euro, nur 50 Prozent der Männereinkommen.

Bei den Vertragsbediensteten betrug das mittlere Einkommen der Frauen mit 25.768 Euro 77 Prozent des Vergleichswertes der Männer. Der kleinste Einkommensunterschied bestand zwischen Beamtinnen und Beamten: Frauen lagen mit einem mittleren Bruttojahreseinkommen von 46.726 Euro bei rund 93 Prozent des Einkommens der männlichen Kollegen.

Schließt man Teilzeitbeschäftigte sowie saisonal Beschäftigte aus, betrug das mittlere Einkommen der Frauen 30.775 Euro, jenes der Männer 38.056 Euro. Frauenministerin Gabriele Heinisch-Hosek bezeichnete die neuesten Daten zur Lohnschere in Österreich als "alarmierend", umso wichtiger seien die Maßnahmen der Bundesregierung für mehr Einkommenstransparenz. Heinisch-Hosek fordert unter anderem mehr Vollzeitjobs in Unternehmen.

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Serbiens Präsident Tadic bei Bundespräsident Fischer

Der serbische Präsident Boris Tadic ist am 15. Dezember zu einem Kurzbesuch nach Wien gereist. Bei einem Treffen mit Bundespräsident Heinz Fischer äußerte Tadic sein "tiefes Bedauern" darüber, dass österreichische UNO-Soldaten bei Auseinandersetzungen an der Grenze zwischen Serbien und dem Kosovo verletzt wurden. Von serbischer Seite werde alles getan werden, um derartige Zwischenfälle künftig zu vermeiden, so Tadic.

In dem Gespräch mit Fischer habe Tadic ausdrücklich versichert, an seinem pro-europäischen demokratischen Kurs festzuhalten, wie in einer Aussendung der Präsidentschaftskanzlei mitgeteilt wurde. Der serbische Präsident habe die Auffassung vertreten, dass Serbien die von der EU-Kommission gestellten Bedingungen für die Gewährung des Kandidatenstatus erfüllte habe. Man sei daher über die Vertagung dieser Entscheidung enttäuscht.

Bundespräsident Fischer hat laut Aussendung darauf verwiesen, Österreich und eine große Mehrheit der EU-Staaten seien der Meinung, dass die EU-Mitgliedschaft Kroatiens und Serbiens einen "wesentlichen Beitrag zur Stabilisierung und Demokratisierung des westlichen Balkans leisten werde". Fischer zeige sich zuversichtlich, dass im kommenden März eine positive Entscheidung über den Kandidatenstatus Serbiens getroffen werde.

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Außenminister Spindelegger bei deutscher Bundeskanzlerin Merkel

Vizekanzler Außenminister Michael Spindelegger ist am 12. Dezember in Berlin mit der deutschen Bundeskanzlerin Angela Merkel zusammengetroffen. Dabei thematisierte er das Unbehagen vieler EU-Länder über die enge deutsch-französische Kooperation ohne ausreichende Einbindung der anderen Mitgliedstaaten. Abgesehen davon, werde durch die Achse Berlin-Paris die Stärke Europas nach außen nicht sichtbar, sagte Spindelegger vor österreichischen Medienvertretern. Man wolle ja eine Stimme Europas hören, die von allen 27 EU-Staaten getragen werden.

Spindelegger drängte darauf, die Briten doch noch zu überzeugen, einer Zusammenarbeit mit der EU künftig weniger kritisch gegenüber zu stehen. Der österreichische Außenminister plädierte dafür, "neue Felder zu erkunden, wie man wieder mehr Gemeinsamkeit erreichen kann". Eine langfristige Diskussion über Vertragsänderungen ist für Spindelegger keine Einbahnstraße in Richtung Brüssel. Die Frage, welche EU-Kompetenzen wieder in nationale Zuständigkeiten zurückgeführt werden könnten, wie die Briten das fordern, sei durchaus berechtigt, allerdings nicht in Krisenzeiten.

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Verteidigungsminister Darabos bei UNO-Soldaten im Libanon

Verteidigungsminister Norbert Darabos stattet den österreichischen Soldaten im Libanon (UN-Camp in Naqoura) vom 20. bis 22. Dezember einen vorweihnachtlichen Besuch ab. In Beirut wird Darabos zudem Gespräche mit dem libanesischen Premierminister Najib Mikati und mit Verteidigungsminister Fayez Ghosn führen.

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Bundespräsident Fischer in Katar

Bundespräsident Heinz Fischer hat am 11. Dezember in Doha (Golf-Emirat Katar) an einer hochrangig besetzten UN-Konferenz der "Allianz der Zivilisationen" (UNAOC) teilgenommen. Deren nächstes Forum wird im Februar 2013 in Wien stattfinden.

Die demokratische Entwicklung und der Respekt für Menschenrechte seien eng mit der Redefreiheit verbunden, erklärte Fischer in seinem Eröffnungsstatement. Österreichs Engagement sei durch dessen besonderes Interesse an Menschenrechten, Pluralismus und dem Management von "Diversity" begründet. "Wir konzentrieren uns besonders auf gleiche Rechte und Chancen für Männer und Frauen und für Ideen und Mechanismen, wie wir junge Leute zum Engagement ermutigen können".

Am 12. Dezember eröffnete Fischer in Katar die neue österreichische Botschaft. Diese inkludiert neben der politischen Vertretung ein Büro der Außenhandelsorganisation der Wirtschaftskammer Österreich (WKO). Das gas- und erdölreiche Katar gilt mit 88.200 US-Dollar (65.900 Euro) BIP pro Kopf als reichster Staat der Welt.

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"World Policy Conference" in Wien

In der Wiener Hofburg fand vom 8. bis 11. Dezember die internationale "World Policy Conference" statt. Anwesend waren Spitzenrepräsentanten aus Politik, Wirtschaft und Kirche, darunter neben Bundespräsident Heinz Fischer der türkische Staatspräsident Abdullah Gül, Israels Verteidigungsminister Ehud Barak sowie der Ökumenische Patriarch von Konstantinopel, Bartholomaios I. Fischer plädierte in seiner Eröffnungsrede für eine Regulierung der Finanzmärkte.

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Ökostrombericht belegt: Österreich punktet bei der erneuerbaren Energie

Wirtschafts- und Energieminister Reinhold Mitterlehner präsentierte am 12. Dezember den Ökostrombericht 2011 und betonte dabei: "Beim Ökostrom gibt es eine erfreuliche und dynamische Entwicklung, die wir mit dem neuen Ökostromgesetz noch steigern werden."

"Unser Ziel eines Anteils von 15 Prozent gefördertem Ökostrom bis 2015 werden wir mit 17,7 Prozent sogar übererfüllen", so Mitterlehner. Bei der Erzeugung von Strom aus erneuerbaren Energieträgern liegt Österreich mit 68 Prozent im EU-Vergleich an der Spitze. Gut positioniert ist Österreich auch beim Anteil der erneuerbaren Energien an der Gesamtenergieversorgung.

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Rudolf Hundstorfer: Trotz Wirtschaftskrise Zahl der Armutsgefährdeten stabil

Rund eine Million Menschen hat ein Pro-Kopf-Haushaltseinkommen unter der Armuntsgefährdungsschwelle, die 2010 in Österreich bei 1.031 Euro monatlich lag. Das geht aus den EU-SILC-Daten hervor, die jährlich in allen Mitgliedstaaten der Europäischen Union erhoben werden und so auch die Einkommens- und Lebensbedingungen in Österreich beschreiben. "Trotz des wegen der generellen Einkommenssteigerung auch ansteigenden Armutsschwellenwertes ist die Zahl der Armutsgefährdeten stabil geblieben. Möglich war dies vor allem wegen der 2008 beschlossenen Steuerreform, der Lohnabschlüsse und beschäftigungspolitischer Maßnahmen." Dies helfe auch der Gesamtwirtschaft: "Die Sozialleistungen gehen überwiegend in den Konsum und stabilisieren damit die Wirtschaft gerade in Krisenzeiten", unterstrich Sozialminister Rudolf Hundstorfer. Österreich hat nun die zweithöchste Armutsgefährdungsschwelle in der EU – nur Luxemburg hat eine höhere.

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Gemeinden auf der Schuldenbremse

Die österreichischen Gemeinden (ohne Wien) haben ihre Finanzsituation 2010 stark verbessert. Das geht aus dem am 16. Dezember veröffentlichten Gemeinde-Finanzbericht 2011 hervor. Gegenüber dem Vorjahr wurden die Gesamtausgaben um gut zwei Prozent zurückgefahren, während die Gesamteinnahmen nur um 0,4 Prozent sanken. Gespart wurde hauptsächlich bei den Investitionen, vor allem beim Straßen- und Wasserbau. Aber auch die Wirtschaftsförderung und die Ausgaben für Kulturförderung wurden zurückgefahren.

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S&P-Prüfer recherchieren in Wien

Die Prüfer der US-Ratingagentur Standard & Poor's (S&P) führen derzeit in Wien eine Reihe von Gesprächen, um die Kreditwürdigkeit der Republik Österreich genau unter die Lupe zu nehmen. Österreich hofft, bei der Neubewertung der heimischen Staatsanleihen durch S&P nicht die Bestnote Triple A zu verlieren. Eine Abstufung durch die Ratingagenturen schlägt sich üblicherweise in höheren Zinszahlungen für neu emittierte Anleihen nieder.

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Außenhandelsvolumen steigt weiter zweistellig

Wie Statistik Austria anhand vorläufiger Ergebnisse errechnete, lag der Gesamtwert der Einfuhren von Waren im Zeitraum Jänner bis September 2011 mit 97,08 Milliarden Euro um 17,3 Prozent über dem Vorjahreswert, die Ausfuhren von Waren verzeichneten ebenfalls einen Zuwachs von 14,2 Prozent auf 91,10 Milliarden Euro. Die Handelsbilanz wies ein Passivum von 5,98 Milliarden Euro auf.

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Grünes Licht aus Brüssel: Österreichs Straßen bleiben Gigaliner-frei

Österreich darf auch weiterhin souverän entscheiden, ob es auf seinen Straßen Gigaliner zulässt oder nicht. Das EU-Parlament stimmte bei seiner Plenartagung am 15. Dezember in Straßburg gegen eine EU-weite Zulassung der 60 Tonnen schweren und rund 25 Meter langen Fahrzeuge. Von Verkehrsministerin Doris Bures gab es von Beginn an "ein klares Nein zu Gigaliner". Drei Studien belegen die negativen Auswirkungen der Megatrucks auf die Verkehrssicherheit, Infrastrukturkosten und den Schienengüterverkehr.

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Österreich glaubt nicht an die Krise

Beinahe täglich malen Ökonomen düstere Zukunftsszenarien von der wirtschaftlichen Entwicklung. In den meisten Unternehmenszentralen weltweit regiert die Vorsicht. In Österreich wollen die Unternehmen offenbar nicht so recht an eine neue Krise glauben. Das ist das Ergebnis einer aktuellen OGM-Umfrage. Nur 14 Prozent der 315 befragten heimischen Großbetriebe rechneten demnach Ende November mit einer Krise im kommenden Jahr. 42 Prozent glauben hingegen, dass es 2012 stabil oder sogar deutlich steiler bergauf gehen wird. Der Rest ist sich über die Zukunft unschlüssig. Sei es Wunschdenken oder Zweckoptimismus, die meisten österreichischen Unternehmen haben immerhin heuer gute Gewinne geschrieben und viel investiert.

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"Wintermärchen" im Wiener Kunsthistorischen Museum (KHM)

Passend zur Jahreszeit vereint eine der umfangreichsten Sonderausstellungen des Hauses 180 Winterwerke der Kunstgeschichte vom Mittelalter bis zur Gegenwart. Sie stammen aus 30 Museen, ein Viertel jedoch aus den Beständen des KHM selbst. Der Schwerpunkt liegt auf der niederländischen Malerei, wobei das KHM mit Bruegels "Jäger im Schnee" ein Leitmotiv der Winterdarstellung in der europäischen Kunstgeschichte besitzt. Und so entfalten sich bäuerliche Winterlandschaften des Goldenen Zeitalters vor dem Betrachter, die inmitten der kleinen Eiszeit in Europa entstanden sind. Die vom Schnee gedämpften Landschaften werden dabei oftmals durch festliche Aktivitäten aufgehellt. Ansonsten hängen jahreszeitliche Zyklen, die den Winter in Kontrast zu den drei übrigen Jahreszeiten stellen, neben allegorischen Darstellungen und einigen ausgesuchten Stillleben wie Giuseppe Arcimboldos "Winter". Ergänzt werden die verschiedenen Interpretationen der kalten Jahreszeit durch Objekte wie Schlitten, Porzellan und Tapisserien. Bis 8. Jänner.

Webtipp: Kunsthistorisches Museum

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"Melancholie und Provokation" im Leopold Museum

In seiner großen Ausstellung zum zehnjährigen Bestandsjubiläum stellt das Leopold Museum die Schiele-Sammlung des Hauses dem Wiener Aktionismus, heutiger Kunst, Tanz und Theater gegenüber. Während sich der von Elisabeth Leopold gestaltete Teil auf die erste Personalausstellung 1911 im Kunstsalon Miethke bezieht und Verwandtschaftslinien zu Kokoschka, der Gotik und indonesischen Schattenfiguren hervorhebt, konfrontiert der von Diethard Leopold organisierte Teil Schiele mit Exponenten des Wiener Aktionismus wie Rudolf Schwarzkogler und Günter Brus sowie zeitgenössischen Künstlern. Leopold ging dabei von der These aus, dass die Aktualität eines Künstlers nicht vom Markt oder vom Publikum formuliert wird, sondern durch heutige Künstler. So gestaltete der Tänzer und Choreograph Philipp Gehmacher einen "grauraum mit Egon Schiele", der Selbstbildnisse Schieles mit eigenen Arbeiten verknüpft, Theatermacherin Claudia Bosse entwickelte im Hauptraum Installationen mit Schaumstoffen und Hörkabinen, während mit Franz Graf und Elke Krystufek wieder die bildende Kunst in den Mittelpunkt rückt. Die Ausstellungen "The Excitement Continues" und "Hermann Nitsch - Strukturen" vervollständigen die Schau. Bis 30. Jänner.

Webtipp: Leopold Museum

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"René Magritte" in der Albertina

Die von Gisela Fischer, Grunenberg und Darren Pih kuratierte Retrospektive präsentiert bis 26. Februar 150 Gemälde und Zeichnungen sowie 117 Plakate, Filme, Bücher, Skulpturen und andere Medien des weltberühmten belgischen Surrealisten (1898 bis 1967).

Die Ausstellung, die in Kooperation mit der Tate Liverpool entstanden ist, versucht den Spagat zwischen chronologischer Anordnung und thematischer Vertiefung, um Magritte, der sich selbst weniger als Maler denn als Denker sah, in einem neuen Licht zu zeigen.

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Kunsthaus Wien zeigt Henri Cartier-Bresson

Der Fotograf, Zeichner und Filmregisseur Henri Cartier-Bresson (1908 bis 2004) galt bereits zu Lebzeiten als Verkörperung der Fotografie der Moderne. Zunächst von den Surrealisten um André Breton und der Philosophie des Zen-Buddhismus beeinflusst, prägte er sodann mit seiner spezifischen Ästhetik und seinem reichen Œuvre Generationen von Fotografen, bevor er sich in späteren Lebensjahren wieder dem Malen und Zeichnen widmete.

Sein 1952 erschienenes Buch "Der entscheidende Moment" zählt zu den meistzitierten Büchern in der Geschichte der Fotografie. Durch die 1947 von ihm mitbegründete Agentur Magnum Photos legte er eine Messlatte für gesellschaftliches Engagement mit den Mitteln der anspruchsvollen Fotoreportage. Die Ausstellung "Henri Cartier-Bresson. Der Kompass im Auge: Amerika-Indien-Sowjetunion" zeigt bis 26. Februar markante Phasen in der Geschichte dieser Länder anhand von 214 Fotografien und mehreren Dokumentarfilmen. Sie wurde in Zusammenarbeit mit Magnum Photos und der Fondation Henri-Cartier-Bresson realisiert.

Webtipp: Kunsthaus Wien

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"No fashion, please!" in der Kunsthalle Wien

Die von Peter Weiermair kuratierte Schau "No fashion, please!" umfasst 15 Einzelpräsentationen junger internationaler Fotografinnen und Fotografen aus den Bereichen Mode, Zeitgeist und Journale, die Sequenzen, Foto-Text-Kombinationen und Videos einschließen. Dabei werden Kleider Teile von Erzählungen, in denen sowohl Ideale einer sich verändernden Körperästhetik als auch Projektionen einer fantastischen Wunschwirklichkeit ihren Ausdruck finden. Unter anderem mit Jeff Bark, Leigh Bowery, Izima Kaoru, Alex Prager und Sophia Wallace. Bis 22. Jänner.

Webtipp: Kunsthalle Wien

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"In Arbeit" - Ausstellung im Technischen Museum rund ums Arbeitsleben

Die zeitgemäße, erfrischend moderne, witzige und auf Wissensvermittlung ausgerichtete Ausstellung im Technischen Museum Wien bietet auf 1.300 Quadratmeter sowohl einen kulturhistorischen Teil, der vier Jahre lang zu sehen ist, als auch einen interaktiven Mitmachbereich, der nicht zuletzt dank einer Vielzahl an Sponsoren mit neuester Technik glänzt, darunter als Highlight erstmals ein "bionischer Rüssel". Die auch für Kinder sehr empfehlenswerte Mitmachausstellung kann bis 24. Juni besucht werden. "Arbeit ist einem Kind schwieriger zu erklären als jede Lokomotive oder alle technischen Geräte der Welt", so Museumsdirektorin Gabriele Zuna-Kratky.

An der Ausstellung wirkten mehrere Kuratoren zwei Jahre lang mit, weshalb auch sehr unterschiedliche Auffassungen von Arbeit eingeflossen sind. "Wir wollten wirtschaftliche, gesellschaftliche Zusammenhänge, auch psychische und körperliche Auswirkungen von Arbeit aufzeigen", so der wissenschaftliche Leiter Hubert Weitensfelder. Es werden durchgehend Bezüge zwischen Vergangenheit und Gegenwart hergestellt und so finden sich die Besucher anstatt in nachgebauten Werkstätten in verschiedenen Arbeitskontexten wieder, in denen sie selbst aktiv werden können. Für Projektleiterin Bernadette Decristoforo machen das informelle Lernen, das gemeinsame Erleben und der Austausch darüber mit Erwachsenen einen wichtigen Teil aus: "Kinder kennen nur die Trennung 'lustvoll-leidvoll', nicht jedoch das Arbeits-Freizeit-Konzept der Erwachsenen". Zur Vor- oder Nachbereitung hat das Museum ein Arbeitsheft sowie ein Quiz entwickelt.

Webtipp: Technisches Museum

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"Weit.Way.Land" im Off-Theater

Das Bernhard Ensemble unter der Regie von Grischka Voss und Ernst Kurt Weigel zeigt bis 28. Jänner in der Wiener Kirchengasse eine Verknüpfung von Schnitzlers Ehedrama und Seelenstudie "Das weite Land" mit Motiven aus David Lynchs Film "Lost Highway". Als Vorlagen dienen dabei lediglich Handlungsfaden und Figuren, wobei die 5 Mitglieder des Bernhard Ensembles in mehrere Rollen schlüpfen, während die Texte komplett neu geschrieben wurden.

In einer Wohnzimmerlandschaft und einer Gartenhütte wird dabei mit Lynch vernebelt sichtbar gemacht, was Schnitzler nicht sagt. Die Bürger von damals sind die global agierenden Bobos von heute, die ihre Gefühlsnöte hinter einer politisch korrekten Fassade verbergen, wobei eine Mutter- und Mystery-Figur das peinvolle unbewusste Leben der Eheleute enthüllt. Fabrikant Hofreiter hat seine 40er-Krise, gerät in die Wirren seiner dunklen Psyche und findet sich in einer rätselhaften Parallelwelt aus Gier, Lust, Betrug, Eifersucht und Orientierungslosigkeit wieder, in der er zum Mörder wird.

Webtipp: Bernhard Ensemble

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"Resonanzen" 2012 im Wiener Konzerthaus

Bei der 20. Auflage des "Resonanzen"-Festivals der Alten Musik im Wiener Konzerthaus von 14. bis 22. Jänner werden sowohl alte Bekannte als auch Publikumslieblinge zu hören sein. Neben zehn Hauptkonzerten wird ein vielfältiges Rahmenprogramm unter dem Motto "In Wien" geboten.

Am Eröffnungsabend wird unter der Leitung von Fabio Biondi "L'oracolo in Messenia" erklingen, die nur fragmentarisch erhaltene letzte Oper Vivaldis. Am 15. Jänner wird eine "Vorstadtballade" serviert, die ins "größte Wirtshaus des römischen Reichs" entführt, so Dramaturg Peter Reichelt. "Minnesang und Bauernschelte" präsentiert am 17. Jänner das Ensemble Unicorn unter Michael Posch, "Amüsante Zwischenfälle" bietet am 18. Jänner die Cappella della Pieta de' Turchini unter Antonio Florio mit unterhaltsamen Intermezzi und Ballettmusiken von Nicola Matteis. "Rhythmisch, sehr diffizil und feingliedrig" wird es am 19. Jänner, wenn Mala Punica unter der Leitung von Pedro Memelsdorff u.a. Werke von Johannes Ciconia gibt. "Eine kleine Nachtmusik", allerdings ohne Mozart, stellt die italienische Sopranistin Roberta Invernizzi am 20. Jänner zusammen. Weiters findet sich mit Schikaneders Jugend ein Ensemble im Hauptprogramm, das vor zwei Jahren im Rahmen der Nachwuchs-Reihe "Vorspiele" vorgestellt wurde.

Neben den traditionellen "Vorspiel"- und "Nachspiel"- Reihen mit Nachwuchskünstlern und Filmen im Rahmen der "Resonanzen-Lounge" steht auch die Ausstellung "Historischer Instrumentenbau" wieder am Programm, die das "Konzerthaus für ein Wochenende mit diversen Klängen füllt", so Projektleiterin Julika Meixner.

Ein Begleiter aus der Anfangszeit des Festivals – der spanische Musiker Jordi Savall – wird "Resonanzen" mit seinem Le Concert des Nations-Ensemble und einer Reise durch "Ein musikalisches Europa" beschließen.

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Die neue Oberstufe: Modell präsentiert

Auf Basis der Erfahrungen aus Schulversuchen (seit 2004, derzeit rund 40 Standorte) wurde gemäß den Zielen des Regierungsprogramms ein Modell der neuen Oberstufe mit semesterweiser Lehrstoffverteilung (Kompetenzmodule) entwickelt. Die neue Oberstufe bringt u.a.:

  • eine Verdichtung und Verbesserung der Lernatmosphäre durch die Einteilung in Kompetenzmodule
  • eine Verbesserung der Vorbereitung auf eine universitäre Ausbildung
  • die Steigerung der Leistungsbereitschaft der Schülerinnen und Schüler
  • die Individualisierung des Unterrichts
  • eine neue Lehr- und Lernkultur
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Claudia Schmied: Lehrerausbildung "auf Augenhöhe" mit den Unis

Bereits ab dem kommenden Studienjahr will Unterrichtsministerin Claudia Schmied das erste reguläre Masterstudium an Pädagogischen Hochschulen (PH) anbieten. Dazu soll das Hochschulgesetz geändert werden. Derzeit gibt es an den PH Masterstudiengänge nur unter dem Titel Fortbildung, die Angebote sind kostenpflichtig und nicht öffentlich.

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In der SPÖ wird wieder über Studiengebühren debattiert

Bundeskanzler Werner Faymann will sich auf eine parteiinterne Debatte über Studiengebühren- bzw. Darlehensmodelle einlassen, obwohl es in der SPÖ eine Linie gegen Studiengebühren gebe. Man könne Modelle prüfen, solange nur keine Hürden für Studierende aus wirtschaftlich schwachen Familien eingeführt würden, meinte der Kanzler am 13. Dezember nach dem Ministerrat. Es seien aus seiner Partei zuletzt Modelle in Diskussion gebracht worden, mit denen man sich auseinandersetzen könne, wenn nur niemand am Studieren gehindert werde.

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Schüler sollen Schüler "interkulturelle Kompetenz" lehren

Das Peers-Projekt "Interkulturelle Kompetenz" will an oberösterreichischen Schulen in Sachen Integration Motivation schaffen und Vorurteile abbauen – mit Gleichaltrigen als Ansprechpartnern. Diese könnten, so Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz, oft mehr bewirken als Sozialarbeiter und Schulpsychologen. Derzeit werden 25 Jugendliche zu Peers ausgebildet. Die Peers sollen vermitteln, "dass Weltoffenheit cool ist", erklärt dazu die oberösterreichische Jugendlandesrätin Doris Hummer.

Das Projekt werde parallel wissenschaftlich evaluiert, so Hummer. Staatssekretär Kurz kann sich vorstellen, es auch in anderen Bundesländern einzuführen.

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Österreich und China kooperieren in der Quantenphysik

Die Österreichische Akademie der Wissenschaften (ÖAW) und ihr chinesisches Pendant, die Chinese Academy of Sciences, haben einen Kooperationsvertrag abgeschlossen, um gemeinsam Experimente zur Quantenphysik im Weltall durchzuführen und die dafür notwendigen Technologien und Infrastruktur zu entwickeln.

Das Institut für Quantenoptik und Quanteninformation der ÖAW, dessen Wiener Abteilung gemeinsam mit der Uni Wien errichtet wurde, soll sowohl an der Entwicklung der notwendigen Technologien im All als auch an jener am Boden mitarbeiten. Die Einladung von chinesischer Seite stelle "eine besondere Anerkennung der Forschung in Wien dar", so die ÖAW erfreut.

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Natürliche Bekämpfung von Pflanzenkrankheiten: Erfolg an der TU Wien

Auch bei einheimischen Bauern ist die Pflanzenkrankheit Feuerbrand ein gefürchteter Feind von Obstbäumen. An der Technischen Universität (TU) Wien haben Wissenschafter nun einen natürlichen Wirkstoff gegen die Krankheit entwickelt und nach eigenen Angaben erfolgreich getestet. Heidrun Halbwirth wurde dafür mit der Silbermedaille der Korea International Women`s Invention Exposition (KIWIE) ausgezeichnet. Diese prämiert Forschungsarbeiten, die in konkrete Erfindungen münden. Auch Firmen sollen bereits Interesse an einer raschen Umsetzung in ein marktfähiges Produkt zeigen.

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Wirtschaftsuni Wien unter 30 besten europäischen Wirtschaftsunis

Den 28. Platz unter den 75 besten Wirtschaftsuniversitäten Europas hat die Wirtschaftsuniversität Wien (WU) beim aktuellen "European Business School Ranking 2011" der "Financial Times" erreicht.

Besonders in punkto internationaler Erfahrung der Studierenden habe man punkten könnten. Von den Ergebnissen profitierten vor allem die Studierenden und Absolvierenden. "Es ist mittlerweile nicht nur von großer Bedeutung, was man studiert, sondern auch an welcher Universität", erläutert WU-Rektor Christoph Badelt.

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Integrationspreis Sport 2011 ging heuer an zwei besonders innovative Projekte

Den Integrationspreis Sport 2011 verliehen Sportminister Norbert Darabos und Integrationsstaatssekretär Sebastian Kurz Anfang Dezember im Haus des Sports. Die 19 Preisträger wurden für besonders nachhaltige und innovative Projekte ausgezeichnet, die zur Integration von Menschen mit Migrationshintergrund beitragen. Der Integrationspreis Sport wird 2011 bereits zum vierten Mal vom Österreichischen Integrationsfonds organisiert.

Sportminister Norbert Darabos: "Sport leistet in unserer Gesellschaft einen wichtigen Beitrag zur Integration sozial benachteiligter Gruppen. In Österreich gibt es eine lange Tradition, Sport allen, auch den sozial Schwachen, zugänglich zu machen. Das Sportministerium fördert zahlreiche Projekte des organisierten Sports, die sich mit dieser Thematik auseinandersetzen. Heute gilt es jene Menschen, die hinter diesen bedeutungsvollen Initiativen stehen, vor den Vorhang zu bitten und ihnen zu danken".

Erfolgreiche Sportlerinnen wie die anwesenden Liu Jia und Mirna Jukic, Europameisterinnen im Tischtennis und Schwimmen, förderten als Role-Models die Motivation junger Menschen sich im Bereich Sport zu engagieren.

"Mit 70 Bewerbungen haben wir das vierte Mal in Folge einen Rekordwert verzeichnet. Das erfreulich große Interesse zeigt den Willen der österreichischen Vereine, sich für eine bessere Integration zu engagieren", so Alexander Janda, Geschäftsführer des Österreichischen Integrationsfonds.

Insgesamt wurden 19 Projektträger in drei Preiskategorien ausgezeichnet. Die zwei mit 3.000 Euro dotierten Hauptpreise 2011 gehen an:

  • die "Mobile Sportbetreuung" von Rosa Sport & Wellness und ASKÖ Wien, bei der die Organisatorinnen Frauen und Mütter aus dem arabischen Raum auf Kinderspielplätzen ansprechen und ihnen maßgeschneiderte Sportprogramme anbieten und
  • der "Integrations-Cup Austria 2011" der United Nations Alianza Latina, in dem sich Mannschaften mit mindestens 50 Prozent Migrantinnen und oder Migranten in Sportarten von Volleyball bis Hip Hop aneinander messen
  • sieben Projekte werden mit je 1.000 Euro ausgezeichnet, zehn Projekte erhalten einen Anerkennungspreis von je 200 Euro
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Youth Olympic Games in Innsbruck:

Am 13. Jänner werden die ersten Winter-Youth Olympic Games in Innsbruck offiziell eröffnet. 1.059 Athletinnen und Athleten aus 67 Nationen werden an neun Wettkampftagen in insgesamt 63 Bewerben um Gold, Silber und Bronze kämpfen. Am 6. Dezember wurden die ersten drei produzierten Medaillen im Beisein von Sportminister Norbert Darabos im Festsaal der Münze Österreich AG offiziell vorgestellt. Die Innsbrucker Gold-, Silber- und Bronze-Medaillen haben einen Durchmesser von 70 Millimetern und ein Gewicht von 110 Gramm. Sie bestehen aus Bronze und sind für die ersten und zweiten Plätze vergoldet beziehungsweise versilbert.

"Für Österreich ist das der Startschuss zur letzten, heißen Vorbereitungsphase", meinte Darabos. "Wir werden mit der Premiere der Olympischen Jugend-Winterspiele einmal mehr im Fokus der Sportwelt stehen. Und es gilt, für die 15- bis 18-jährigen Athletinnen und Athleten perfekte Wettkämpfe und eine einzigartige Stimmung abzuliefern." Karl Stoss, Präsident des Österreichischen Olympischen Comités, stellte klar: "Das Internationale Olympische Komitee hat die Premiere der Jugend-Winterspiele an Innsbruck vergeben, weil man sich hier sicher sein kann, dass die Organisation perfekt ablaufen wird. Innsbruck hat nicht umsonst schon zwei Mal Olympische Spiele und darüber hinaus in den letzten Jahren eine Vielzahl von internationalen Groß-Veranstaltungen erfolgreich durchgeführt."

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Initiative "Mit Sicherheit auf Österreichs Skipisten"

Die Ski-Saison steht vor der Tür. Hunderttausende Menschen werden auch in dieser Wintersaison wieder auf Österreichs Skipisten zum Skifahren und Snowboarden kommen. Das Innenministerium startete daher am 13. Dezember die Initiative "Mit Sicherheit auf der Piste". Als Projektpartner fungieren der Österreichische Ski Verband, der größte österreichische Versicherungskonzern UNIQA und der Autofahrerclub ÖAMTC. Skifahrer und Snowboarder sollen, so Innenministerin Johanna Mikl-Leitner, animiert werden, "sich mit den einschlägigen Regeln auf der Piste vertraut zu machen". Damit dies auch gelingt, gibt es auf der Homepage http://www.sicher-auf-der-piste.at neben vielen Sicherheitstipps ein Gewinnspiel, an dem Kinder und Jugendlichen zwischen 10 und 18 Jahren teilnehmen können.

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