Schon die Römer machten das Geld als Tauschobjekt zu einem Kern ihrer politischen und wirtschaftlichen Macht. Das fand auch in der Gegend des heutigen Österreichs Nachahmer.
Plakat des Kinderhilfswerks der Vereinten Nationen in Österreich aus dem Jahr 1950
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Die ersten auf österreichischen Boden gefunden Münzen reichen bis in die Zeit der Kelten zurück. Auch römische Münzen waren, obwohl sie nicht als "offizielles" Zahlungsmittel galten, beliebte "Tauschobjekte".
Im Jahr 1000 begann in Österreich unter dem Babenberger Markgraf Leopold III. die erste selbständige Münzprägung. Über Jahrhunderte hinweg wurde das österreichische Münzwesen von der Kreuzerwährung und dem Taler bestimmt. Die Kreuzerwährung stammte aus Tirol, der Taler aus dem böhmischen Joachimsthal. Der Konventionstaler wurde in der Regentschaft von Maria Theresia zum berühmten "Maria-Theresien-Taler". Später wurde der Gulden eingeführt, dessen Bezeichnung sich vom Wort "gülden" ableitet. Die Bezeichnung "Dollar" geht unmittelbar auf den Taler zurück.
Bis zur Einführung der Kronen (1892) war der Gulden (=Reichsgulden) das offizielle Zahlungsmittel in Österreich. Er wurde in Gold und Silber sowie mit unterschiedlichen Gewichten geprägt. Zu dieser Zeit gewannen unter anderem auch der niederländische und der polnische Gulden in Europa an Bedeutung. Für einen Gulden war zur Jahrhundertwende etwa zehn Kilogramm Brot oder zwei Kilogramm Rindfleisch erhältlich. Ein Gulden war übrigens äquivalent zu 60 Kreuzer. Erst mit dem Silbergulden waren 100 Kreuzer gleich einem Gulden.
Die Krone (=100 Heller) wurde 1892 paralell zum Gulden eingeführt und ging 1922 in der Geldentwertung unter. Im Jahr 1914 gab es für eine Krone drei Kilogramm Brot. Ein Herrenanzug kostete 45 Kronen. Aus dieser Zeit ist noch das Fünferl (10 Heller) und das Sechserl (20 Heller) ein Begriff. Eine bedeutende Rolle hatte das Sechserl als "Sperrsechserl": Wer nach der Sperrstunde in seine Wohnung wollte, musste an den Hausbesorger ein Sechserl also "Sperrsechserl" abtreten. Für lebenslustige Menschen war dieses Sperrsechserl offensichtlich sehr prägend. Jedenfalls komponierte Robert Stolz im Jahr 1920 eine Wiener Operette mit dem bezeichnenden Titel "Das Sperrsechserl".
Lebensmittelkarte aus dem Jahr 1947
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Nach der großen Inflation wurde 1924 der Schilling als neue Währung beschlossen und mit 1. Jänner 1925 durch das Schillingrechnungsgesetz eingeführt. Die Teilwährung sollte ursprünglich "Stüber" heißen, wurde aber wegen Verwechselungsgefahr der Abkürzungen (S, s) dann Groschen genannt. Sie stand im Verhältnis 1/100. Aufgrund seiner Stabilität in der Ersten Republik erhielt der Schilling den Namen "Alpendollar".
Der "Anschluss" an Deutschland im Jahr 1938 brachte uns die Reichsmark als Währung und auch einen ungünstigen Wechselkurs (1,50 Schilling zu 1 Reichsmark). Für einen Schilling bekam man im Jahr 1930 drei Liter Speiseöl oder für 32 Schilling ein Paar Schuhe.
Nach der ersten Währungsreform vom 30. November 1945 wurde in Österreich wieder der Schilling als Zahlungsmittel eingeführt. Im Verhältnis 1:1 konnte die Reichsmark in Schilling umgetauscht werden. Es konnte nur ein Betrag von 150 Reichmark in Schilling-Banknoten getauscht ,der Rest musste auf Sparkonten gelegt werden. Im Jahr 1943 bekam man für eine Reichsmark drei Kilogramm Brot oder zwei Kilogramm Mehl. Die Stabilität des neuen Schillings konnte durch Währungsgesetze beziehungsweise Lohn- und Preisabkommen relativ hoch gehalten werden. Durch die Ausgabe von Silber- und Goldmünzen in der Zweiten Republik wurde diese Stabilität noch unterstrichen. Ende 1945 wurden die ersten Schilling-Banknoten in Umlauf gebracht. Ein Paar Schuhe waren im Jahr 1950 für 150 Schilling erhältlich.
Der EURO (Teilwährung Cent im Verhältnis 1/100) kam mit 1. Jänner 1999 als Buchgeld und mit 1. Jänner 2002 als Zahlungsmittel in Gebrauch. 15 Staaten der Wirtschafts- und Währungsunion stellten zu diesem Zeitpunkt auf die neue Währung um. In Österreich entspricht ein EURO exakt 13,7603 Schilling. Die acht Euro-Umlaufmünzen haben einheitliche Vorderseiten und unterschiedliche Motive der 15 Nationen auf den Rückseiten. Aufgrund besonderer Abkommen kamen weitere nationale Motive von Monaco, San Marino und dem Vatikan hinzu. Der EURO-Bus tourt weiterhin durch Österreich und tauscht die alte Schilling-Währung in Euro um.
Tourismusfolder Sommer aus den 1950er Jahren
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Tourismusfolder Winter aus den 1950er Jahren
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So alt wie das Geldwesen ist auch das Fälscherwesen. Mit Hilfe von Tongussformen wurden schon 220 nach Christus römische Denare im großen Stil gefälscht. Einer der einfallsreichsten Fälscher des 19. Jahrhunderts war Karl-Wilhelm Becker, ein Kunst- und Antiquitätenhändler aus Offenbach. Seine selbst geprägten Münzen ließ er künstlich altern, indem er sie in Dunghaufen vergrub und mit Metallspänen und Wagenschmiere einrieb. Seine Fälschungen brachten ihm jedoch keine Reichtümer ein.
Auch der Staat übte sich nicht selten als Geldfälscher. Eines der größten Vorhaben dieser Art thematisiert der österreichische Film "Die Fälscher" mit Karl Markovics in der Hauptrolle. Im Konzentrationslager Sachsenhausen wurden in der Zeit von 1942 bis 1945 insgesamt 134 Millionen Pfund auf diese Weise hergestellt. Nachdem die Fälschung des englischen Pfund gelungen war, erhielten die „Experten“ sofort den Auftrag, den US-Dollar zu fälschen. Das sogenannte "Unternehmen Bernhard" sollte einerseits die feindliche Wirtschaft schwächen und andererseits den Ankauf von eigenen kriegswichtigen Rohstoffen und notwendigen Rüstungsgüter ermöglichen. Mit diesem "Unternehmen" sind die Namen Salomon Sorowitsch und Adolf Burger eng verbunden.
Trotz mehrerer Informationskampagnen gelang es einigen Betrügern 2001 problemlos 300- und 1000-Euro-Geldscheine unters Volk zu bringen - also Banknoten, die real nicht existierten. Heute konzentrieren sich Fälscher hingegen auf 20- und 50-Euro-Scheine. Aber auch die hohen Münzbeträge machen das Fälschen von Münzen wieder lukrativ: Es gibt mehr gefälschte 2-Euro-Münzen als gefälschte Banknoten.