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Allgemeines Verwaltungsarchiv - Finanz- und Hofkammerarchiv - Kurzinformation

Allgemeines Verwaltungsarchiv - Kurzinformation

Das Allgemeine Verwaltungsarchiv verwahrt das Schriftgut der für die innere Verwaltung der Habsburgermonarchie zuständigen Zentralbehörden ab dem 16. Jahrhundert, insgesamt 12.700 Laufmeter, eine bedeutende Karten- und Plansammlung und ca. 5.000 Urkunden.

Adelsakt Friedrich von Schiller 1802

In seinen Ursprüngen geht das Allgemeine Verwaltungsarchiv auf die erstmalige Zusammenfassung der Altregistraturen der Hofkanzleien bei Gründung des „Directorium in publicis et cameralibus“ 1749 zurück.

Die Archivbestände des Allgemeinen Verwaltungsarchivs wurden durch den Justizpalastbrand im Juli 1927 erheblich dezimiert.

Das Allgemeine Verwaltungsarchiv gliedert sich heute in die Bestandsgruppen Inneres, Justiz, Unterricht und Kultus, Landwirtschaft, Handel und Verkehr, Adelsarchiv, Nachlässe (Bach, Ferstel, Beck usw.), Familienarchive (besonders hervorzuheben sind die Familienarchive Harrach, Trauttmansdorff, Paar und Hohenwart) und die Karten- und Plansammlung.

2003 kam die Bestandsgruppe „Audiovisuelle Sammlung“ hinzu, sie besteht hauptsächlich aus der in diesem Jahr dem Österreichischen Staatsarchiv übergebenen Fotosammlung des Bundespressedienstes (ca. 67.000 Fotos).

Dem Allgemeinen Verwaltungsarchiv sind die Kopier- und die Photostelle angeschlossen. Das Österreichische Staatsarchiv ist seit Sommer 2006 auch in der Lage, individuelle Benutzerwünsche durch Digitalisate abzudecken. Zugleich sollen ausgewählte „Zimelien“ aus den einzelnen Abteilungen digitalisiert werden.

Das Allgemeine Verwaltungsarchiv ist außerdem für Leihvertragsangelegenheiten des Österreichischen Staatsarchivs zuständig.

Finanz- und Hofkammerarchiv - Kurzinformation

Das Hofkammerarchiv, das 1578 erstmals genannte Archiv der Hofkammer, der zentralen Finanzbehörde der Habsburgermonarchie (1527–1848), ist das älteste der Wiener Zentralarchive.

Franz Grillparzer (1791–1872)

Das Hofkammerarchiv nimmt in der österreichischen Archivgeschichte nicht zuletzt auch deswegen einen besonderen Platz ein, weil kein Geringerer als Franz Grillparzer (1791–1872) hier von 1832 bis 1856 als Direktor amtierte. Sein Arbeitszimmer im 2. Stock kann heute noch in seiner Originaleinrichtung samt Stehpult, an dem Grillparzer einen Teil seiner Dramen schrieb, besichtigt werden.

Das Finanzarchiv, also das Archiv des 1848 an die Stelle der alten Hofkammer getretenen Finanzministeriums, ist erst 1892 gegründet worden. Es verwahrt das Schriftgut des Finanzministeriums 1848–1918 sowie des gemeinsamen Reichsfinanzministeriums (1868–1918).

1945 wurden beide Archive innerhalb des neuen Österreichischen Staatsarchivs zu einer Abteilung zusammengefasst.

Die thematische Spannweite der Bestände des Finanz- und Hofkammerarchivs reicht weit über die Finanzverwaltung für Hof und Staat im engeren Sinne hinaus in Bereiche wie Handel, Bergbau, Bauwesen, Verkehr oder Siedlungswesen.

Die im Archivgut des Hofkammerarchivs gut dokumentierten finanziellen Zuwendungen an Hof- und Staatsbeamte, Künstler, Wissenschafter usw. machen die Abteilung auch in personen-, kunst- und wissenschaftsgeschichtlicher Perspektive zu einer wahren Fundgrube.

Aquarellierte Darstellung der Fassade des Hofkammerarchivs, Johannesgasse

Die Abteilung Finanz- und Hofkammerarchiv gliedert sich in die Bestandsgruppen Präsidialakten der k. k. Hofkammer und des k. k. Finanzministeriums, Alte Hofkammer – Hoffinanz, Neue Hofkammer, Hofkammer – Sammlungen und Selekte, k. k. Finanzministerium – Allgemeine Abteilungen, Finanzarchiv – Sonderbestände, k. u. k. Gemeinsames Finanzministerium.

Die Bestände des Finanz- und Hofkammerarchivs umfassen auf etwa 33.000 Laufmetern über 50.000 Faszikel und Kartons, 23.000 Geschäftsbücher, 3.600 Urkunden, deren älteste aus dem Jahre 1170 datiert, und 13.000 Karten und Pläne.

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