Informationsgesellschaft Allgemein

  1. Einleitung
  2. Globaler Kontext
  3. Europäische Union
  4. Informationsgesellschaft Allgemein Links


Einleitung

Die Vorstellung von einer globalen Informationsgesellschaft lässt sich auf den Kommunikationswissenschafter Herbert Marshall McLuhan zurückführen und auf dessen erstmals in den frühen sechziger Jahren des 20. Jahrhunderts skizziertes Bild von der Welt als einem elektronisch geschaffenem globalen Dorf (damals bezogen auf das Fernsehen). McLuhan prognostizierte die Auflösung von Raum und Zeit, von Arbeit und Freizeit im elektronischen Zeitalter (Herbert Marshall McLuhan: The Gutenberg Galaxy - The Making of Typographic Man. Toronto 1962).

Das Konzept der Informationsgesellschaft entstand vor allem während der neunziger Jahre des letzten Jahrhunderts im Rahmen der Diskussion um den so genannten Information Superhighway. Der Begriff fand sich im US-amerikanischen Regierungsprogramm der Clinton/Gore-Administration, die damit das Konzept für ein integriertes, breitbandiges Universalnetz mit vielfältigen öffentlichen (etwa Vernetzung aller Schulen und Bibliotheken) und kommerziellen (beispielsweise Video on Demand, Interaktives Fernsehen) Funktionen ventilierte.

Ob für die informationstechnologische Revolution nun Begriffe wie "Informationszeitalter", "Wissensgesellschaft", "Netzwerkgesellschaft" oder eben "Informationsgesellschaft" verwendet werden, ist im Grunde genommen zweitrangig. Unstrittig ist jedoch, dass sich die Industriegesellschaft in einem dynamischen Transformationsprozess befindet, der sich insbesondere durch den sprunghaften Anstieg des Einsatzes von Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) für Gewinnung, Speicherung, Verarbeitung, Vermittlung, Verbreitung und Nutzung von Informationen manifestiert.

Informations- und Kommunikationstechnologien
Der zusammenfassende Begriff entstand Anfang der 80er Jahre des 20. Jahrhunderts, als bei der Digitalisierung der Fernsprechnetze sowohl in den digitalen Endgeräten der Netze, als auch in den lokalen und öffentlichen Übertragungsnetzen selbst Informationstechnik zum Einsatz kam (beispielsweise Dienste wie der Bildschirmtext). Telekommunikation und Computertechnologie sind die Schlüsseltechnologien, die nahezu alle ökonomischen, gesellschaftlichen und kulturellen Sphären durchdringen und neue Kommunikationsverhältnisse etablieren.

Bereits heute leben in der westlichen Welt mehr als 50 Prozent aller Erwerbstätigen von Tätigkeiten, deren Rohstoff, deren Werkzeuge und deren Resultate überwiegend Informationen sind. Und, wenn aktuelle Prognosen zutreffen, werden bis 2015 rund vier Fünftel aller menschlichen Arbeiten aus dem Umgang mit Information bestehen: beraten, informieren, forschen, entwickeln, organisieren, vernetzen, managen, recherchieren, gestalten und präsentieren - das alles sind typische Formen zukünftiger Arbeit. Der Faktor "Information" wird dabei zur zentralen "Ware".

Die Entwicklung der Informationsgesellschaft ist global zu sehen. Für alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union steht die Schaffung der notwendigen Strukturen im Vordergrund, um nicht vom wachsenden globalen Informationsmarkt verdrängt zu werden. Denn die rasante Entwicklung der IKT wird einen umfassenden wirtschaftlichen und gesellschaftlichen Wandel bringen, mit vielen Chancen aber auch mit vielen Risken.

  • Worin liegen nun die wesentlichsten Chancen dieser Entwicklung?
    • Ökonomischer Mehrwert durch Schaffung von neuen Berufen und Märkten;
    • Ökologischer Mehrwert durch elektronischen Transport der Ware "Information";
    • Überwindung des Stadt-Land-Gefälles durch elektronische Anbindung der Randregionen an die Zentren;
    • Globaler Informations- und Wissenstransfer erhöht Potenzial für innovative Lösungen.
  • Aber auch mögliche Risiken gilt es zu bedenken, um entsprechend und effizient gegensteuern zu können:
    • Unterschiedliche Partizipationschancen für den Einzelnen auf Grund sozioökonomischer und soziokultureller Barrieren (Digitale Klüfte);
    • Produktionsverlagerung in Billiglohnländer (Verlust von Arbeitsplätzen);
    • Gesellschaftliche Konflikte durch Neuorganisation der Produktionsbedingungen (Folgen von Flexibilität, Mobilität etc.).
    • Ablehnung neuer elektronischer Dienste durch Konsumentinnen und Konsumenten.

Die Konsequenzen dieser Entwicklung sind vor allem eine bislang nicht bekannte Beschleunigung und Verdichtung von Information und Wissen: Während die Erfindung des Buchdruckes innerhalb der europäischen Gesellschaften erst im Verlauf von vielen Generationen zu einer Vermehrung des gesellschaftlichen Wissens führte, ermöglichen die neuen elektronischen Informations- und Kommunikationstechnologien die weltweite und sofortige Verfügbarkeit von Information und Wissen - und damit ein ungleich höheres Beschleunigungs- und Verdichtungspotenzial. Insbesondere das Internet bzw. die Entwicklung des World Wide Web (www) setzt die bei vorherigen Medientechnologien gekannte Raum-Zeit-Abhängigkeit außer Kraft: Information ist dank www immer (zeitlos) und überall (ortsunabhängig) verfügbar.

World Wide Web (www)
1991 wurde am europäischen Kernforschungszentrum CERN in Genf ein Hypertextsystem mit einer einfach zu bedienenden grafischen Benutzeroberfläche entwickelt. Hypertextdokumente ermöglichen auf Grund von Querverweisen zu miteinander in Zusammenhang stehenden Inhalten (Links) per Mausklick zu weiteren Informationen zu gelangen. Das dadurch entstandene World Wide Web (www) verzeichnet enorme Wachstumsraten, die für die technische Infrastruktur des Netzwerkes der Netze, wie das Internet bezeichnet wird, eine immer größere Herausforderung darstellen. Für die datenintensiven Multimedia-Anwendungen, die steigende Zahl von Videokonferenzen und Audioübertragungen werden immer größere Bandbreiten benötigt. (Stichwort: "Web 2.0", die neue Generation von Websites und Anwendungen, die sich vor allem darin charakterisieren, dass die Nutzenden Inhalte bereitstellen, verändern und tauschen. Beispiele für Web 2.0 sind etwa die Online-Enzyklopädie Wikipedia, die Foto-Sharing-Site Flickr.com, das Bookmark-Portal del.icio.us, oder Social Network Portale wie etwa Facebook, YouTube oder MySpace.com.

Der einfache, gleiche und freie Zugang zu Information und Wissen ist dabei eine wesentliche Voraussetzung für die Entwicklung einer integrativen Informationsgesellschaft. Das heißt umgekehrt aber auch, dass Fragen des Zugangs und der Nutzung von Information/Wissen immer entscheidender werden. Mit anderen Worten: Nur weil das Internet den schnellen Zugang zu Information und Wissen prinzipiell ermöglicht, heißt das noch lange nicht, dass diese Chancenpotentiale auch von allen genutzt werden (können).

Entscheidend ist, die mit der Informationsgesellschaft zusammenhängenden Fragestellungen als Querschnittsmaterien zu betrachten, die horizontale Lösungsstrategien erfordern: Nicht die Beschränkung auf Einzelbereiche (zum Beispiel Fernsehen oder Internet) muss im Mittelpunkt stehen, sondern die vernetzte Koordinierung ist gefordert: Das globale Netzwerk der Netze erfordert die globale Bündelung und Vernetzung aller relevanten Akteure. Dies gilt in erster Linie für das Feld der Politik, das sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene die entsprechenden Lenkungs- und Koordinierungsaufgaben intensiv wahrzunehmen hat.
Innerstaatliche Initiativen und Maßnahmen im Bereich Informationsgesellschaft werden von den jeweils zuständigen Bundesministerien in Eigenverantwortung durchgeführt, wiewohl die klassische Querschnittsmaterie Informationsgesellschaft der Koordinierung bedarf, die vom Bundeskanzleramt-Verfassungsdienst, Abteilung V/4, wahrgenommen wird. Im eigens dafür eingerichteten Beirat für Informationsgesellschaft (BIG) wird ein regelmäßiger und kontinuierlicher Informations- und Erfahrungsaustausch zu allen relevanten Themen der Informationsgesellschaft zwischen Vertreter der Bundesministerien, der Interessensvertretungen von Wirtschaft und Konsumenten, der Internet-Service Provider etc. organisiert.


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Globaler Kontext

Auf dem Weltgipfel der Vereinten Nationen zur Informationsgesellschaft - World Summit on the Information Society (WSIS) (der in zwei Phasen abgehalten wurde) -, ist im Rahmen der 1. Phase (vom 10. bis 12. Dezember 2003 in Genf) das Thema Informationsgesellschaft zum ersten Mal im globalen Kontext erörtert worden.

Regierungsdelegationen, Wirtschaftsvertreter und zivilgesellschaftliche Organisationen konnten sich unter anderem auf folgende Vorhaben verständigen:

  • Bis 2010 soll jede einzelne Stadt der Welt am Netz sein;
  • Wenigstens für 90 Prozent der Weltbevölkerung sollen drahtlose Verbindungen eingerichtet sein;
  • Universitäten und Krankenhäuser sollen bis 2005, Bibliotheken bis 2006 und jede Grundschule bis 2015 Internetfähig sein;
  • Eine Internet-Erstausstattung soll bis 2010 nicht mehr als rund 100 EURO und bis 2015 nicht mehr als rund 50 EURO kosten.

World Summit on the Information Society - LOGO

Die Umsetzung dieser Vorhaben blieb allerdings vorerst weitgehend unklar. Ein insbesondere von den Entwicklungs- und Schwellenländer auf Vorschlag von Senegal vehement geforderter "Digital Solidarity Fund" als Instrument zur Überwindung der massiven digitalen Kluft zwischen der westlichen Welt und den Staaten der "Dritten Welt" fand zunächst in die Konferenzdokumente nur als unverbindliche Absichtserklärung Eingang. In Vorbereitung auf die 2. Gipfelphase, die vom 16. bis 18. November 2005 in Tunis stattfand, konnte man sich dann auf die Etablierung eines freiwilligen Digitalen Solidaritätsfonds verständigen, der kein UN-Fonds ist, sondern eine Einrichtung nach Schweizer Recht und in der Stadt Genf situiert ist.

Gerade anhand der Verbreitung des Internet zeigt sich, dass sich der Zugang zum und die Nutzung des Internet keineswegs über den Globus gleich verteilt. Auch wenn die Wachstumsraten enorm sind, darf nicht übersehen werden, dass das "weltweite" Datennetz nur von einem sehr kleinen Teil der Weltbevölkerung genutzt wird, von denen rund 90 Prozent in den führenden Industriestaaten leben.

Auf die globalen als auch national unterschiedlichen Möglichkeiten des Zugangs zu modernen digitalen Informations- und Kommunikationstechnologien verweist der Begriff der digitaler Kluft oder digitaler Spaltungen (Übersetzung der englischen Begriffe "digital divide" und "digital gap"). Digitale Klüfte und somit massive Unterschiede beziehungsweise Diskriminierungen sind stark von sozioökonomischen Faktoren wie Einkommen und Bildung abhängig. Sie bestehen überdies in Bezug auf Infrastruktur (völlig unterschiedliche Entwicklungsstufen auf globaler, nationaler und regionaler Ebene), Sprache (überwiegende Mehrzahl aller Websites in Englisch), Gender (IKT überproportional Männerdominiert auf allen Ebenen), Content ("wichtige" Information versus "Datenmüll") und Alter.

Neben den Maßnahmen zur Eindämmung der digitalen Klüfte sind im globalen Kontext insbesondere Fragen des Urheberrechts, der Internet-Governance und der Software-Systeme – "proprietäre" versus "open source" Lösungen – nach wie vor umstritten.

Urheberrecht
Der Internet-Download/-Upload von Musikfiles und Spielfilmen über P2P (peer-2-peer) Tauschbörsen bereitet der Audiovisionsindustrie nach wie vor großes Kopfzerbrechen. Die rasche Verbreitung von Breitband-Internetanschlüssen erleichtert das Herunterladen von ganzen Spielfilmen. Neben Aufklärungskampagnen und dem vermehrten Anbieten von eigenen Online-Angeboten wird von Seiten der Musik- und Filmindustrie auch mit rechtlichen Schritten gegen die Power-User vorgegangen.

Internet Governance
Mit der von den USA eingesetzten halb privaten Netzverwaltung ICANN (Internet Corporation for Assigned Names and Numbers) sind eine Reihe von Entwicklungs- und Schwellenländern nicht einverstanden. Sie forderten bereits im Vorfeld des Weltgipfels, dass die Internet-Verwaltung auf nationaler Ebene durch die jeweiligen Regierungen und auf internationaler Ebene durch eine UNO-Organisation wie die ITU (International Telecommunications Union) erfolgen soll. Auf dem Tunis-Gipfel wurde folgender Kompromiss gefunden: Im Prinzip bleibt die Internet-Verwaltung so wie bisher, allerdings wird der Diskussionsprozess institutionalisiert in Form eines Internet Governance Forums (IGF), dessen erste Sitzung vom 30. Oktober bis 2. November 2006 in Athen auf Einladung des UN-Generalsekretärs stattgefunden hat. Seither fanden Internet Governance Foren in Rio de Janeiro (2007), in Hyderabad (2008), in Sharm El Sheikh in Ägypten (2009), in Wilnius (2010), in Nairobi (2011) und in Baku in Azerbaidschan (2012) statt. Ziel der IGFs ist es, auf multilateraler Ebene unter Einbindung aller Akteure mehr Transparenz in die Entscheidungsprozesse zu bringen.

Software
Software spielt in der Informationsgesellschaft eine immer größere Rolle. Die überwiegende Mehrzahl aller weltweit in Betrieb befindlichen Computer läuft mit "proprietären" Software-Produkten aus dem Hause Microsoft (wie "Windows XP" oder "Office"). Zunehmend bedeutsamer werden mittlerweile Open Source Software Lösungen. Der zentrale Unterschied zu "proprietären", also "geschlossenen", Software-Produkten besteht darin, dass bei Open Source Systemen sowohl das Ergebnis der Programmierarbeit, der so genannte Quellcode, als auch die Arbeitsprozesse und -fortschritte sowie die Zwischenergebnisse offen zugänglich sind.


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Europäische Union

Innerhalb der Europäischen Union zielt die auf dem Europäischen Rat von Lissabon im Jahre 2000 verabschiedete gleichnamige Strategie darauf ab, dass auch Europa das Potential der digitalen Technologien für Wirtschaft und Gesellschaft nutzen soll. "Bis 2010 soll die Europäische Union zum wettbewerbfähigsten und dynamischsten wissensbasierten Wirtschaftsraum der Welt werden, einem Wirtschaftsraum, der fähig ist, ein dauerhaftes Wirtschaftswachstum mit mehr und besseren Arbeitsplätzen und einen größeren sozialen Zusammenhang zu erreichen."

e-Europe LOGO

Bereits im November 1999 startete die Europäische Kommission die eEurope-Initiative mit der Zielsetzung, dass innerhalb der Europäischen Union potenziell allen Bürgerinnen und Bürgern, Schulen, Unternehmen und Behörden der Zugang zu den neuen Informations- und Kommunikationstechnologien ermöglicht wird. Dazu gehört etwa die Nutzung des Internets für eine ganze Palette von alltäglichen Abläufen, Diensten und Produkten in Bereichen wie Bildung, Verwaltung, Gesundheit, Kultur und Unterhaltung.

Bisher wurden zwei "eEurope"-Aktionspläne angenommen:

  • der Aktionsplan 2002, im Juni 2000 vom Europäischen Rat im portugiesischen Feira verabschiedet, sowie
  • der Aktionsplan 2005, im Juni 2002 vom Europäischen Rat im spanischen Sevilla gebilligt.

Mit dem "eEurope"-Aktionsplan 2002 wurde die umfassende Einführung des Internets in Europa auf die politische Tagesordnung gesetzt. Mit dem "eEurope"-Aktionsplan 2005 konzentrierten sich die Bemühungen auf den effektiven Zugang, auf die konkrete Nutzung und die tatsächliche Verfügbarkeit.

i2010 LOGO
Am 1. Juni 2005 hat die Europäische Kommission mit der Mitteilung i2010 – Eine europäische Informationsgesellschaft für Wachstum und Beschäftigung (KOM(2005) 229) das Nachfolgeprogramm zum "eEurope"-Aktionsplan angenommen. i2010 ist das erste Kommissionsvorhaben im Rahmen der erneuerten Lissabon-Strategie. Dadurch soll auch die Bedeutung des produktivsten Wirtschaftssektor der Europäischen Union, des IKT-Bereichs mit einem Anteil von 40 Prozent am Produktivitätswachstum und von 25 Prozent am BIP-Wachstum in Europa, zum Ausdruck gebracht werden. i2010 ist als umfassende Strategie zur Modernisierung der Gemeinschaftsinstrumente angelegt, mit der Zielsetzung, den Ausbau der digitalen Wirtschaft in Europa voranzutreiben. Dies soll insbesondere durch

  • Schaffung eines offenen und wettbewerbsfähigen EU-Binnenmarkts für die Dienste der Informationsgesellschaft und der Medien
  • Erhöhung der EU-Investitionen im Bereich IKT-Forschung auf 80 Prozent
  • Förderung einer Informationsgesellschaft für alle Menschen

erzielt werden.

Die i2010-Intiative lief mit Ende 2010 aus. Bereits Mitte 2009 wurde daher an der Fortsetzungsinitiative gearbeitet. Die Europäische Kommission hat im Herbst 2009 eine öffentliche Konsultation und ein öffentliches Hearing mit diversen Stakeholdern zur Nachfolgeinitiative durchgeführt. Seit der Vorstellung des EUROPA 2020 Programms durch Kommissionspräsident Baroso stand fest, dass die i2010-Nachfolgeinititative als Digitale Agenda für Europa bis 2015 firmieren wird und eine der sieben Leitlinien des EUROPA 2020 Programms sein wird.

Logo Digitale Agenda

Die Kommission hat im Mai 2010 in Form einer Mitteilung die Digitale Agenda für Europa (Text der Mitteilung) veröffentlicht. Ziel der Digitalen Agenda ist die Steigerung von Wachstum und Beschäftigung. Über 50 % der Produktivität basieren mittlerweile direkt oder indirekt auf IKT, ein Sachverhalt, der noch viel zu wenig im politischen und gesellschatlichen Bewusstsein verankert ist.

Die beiden zentralen Ansatzpunkte für alle Maßnahmen der kommenden Jahre sind:

  • Beendigung der Fragmentierung (Europa ist zu zersplittert, d.h. es braucht gemeinsame Aktionen), und
  • die notwendige Anpassung der "alten (analogen) Welt" an die "neue, digitale Welt".

Woran der Erfolg der Digitalen Agenda gemessen werden soll, ist der einzelne Bürger, er/sie muss spürbar davon profitieren (mehr Leistung des Internets, bessere Einkaufsmöglichkeiten im Internet, etc).

Die Mitteilung enthält rund 100 Maßnahmen, wovon sich 21 direkt an die Mitgliedsstaaten richten. Weiters enthält die Digitale Agenda 16 Schlüsselaktionen, also Maßnahmen, die besondere Beachtung finden sollen.

Folgende, konkrete Zielsetzungen sollen mit den diversen Maßnahmen und Initiativen erreicht werden:

  • 100 Prozent Breitbandversorgung für alle bis 2013;
  • (Schnelle) Breitbandversorgung aller EU-Bürger mit 30 Mbit/s oder mehr bis 2020;
  • (Ultraschnelle) Breitbandversorgung bis 2020 von 50 Prozent der europäischen Haushalte mit 100 Mbit/s;
  • bis 2015 sollen 50 Prozent der EU-Bürger online einkaufen;
  • Erhöhung der regelmäßigen Internetnutzung von 60 Prozent auf 75 Prozent bzw. von 41 Prozent auf 60 Prozent in benachteiligten Bevölkerungsgruppen;
  • bis 2015 Halbierung (von 30 auf 15 Prozent) des Bevölkerungsanteiles, der noch nie im Internet war;
  • bis 2015 sollen 50 Prozent der Bevölkerung elektronische Behördendienste nutzen;
  • bis 2015 sollen die Investitionen in IKT auf 11 Milliarden EUR gesteigert werden.

Seitens der Europäischen Kommission sind ein jährlicher Fortschrittsbericht und eine jährliche Digitale Versammlung (aus Mitgliedstaaten, EU-Organen, VertreterInnen der Bürger und der Wirtschaft) vorgesehen.


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