Dienstag, 29. März 2005

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Zuwanderer: Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung harmonisiert

Arbeits- und Aufenthaltsgenehmigung in Österreich werden harmonisiert. Das entsprechende Niederlassungs- und Aufenthaltsgesetz ging am 23. März in Begutachtung. Demnach darf künftig jede Person, die legal in Österreich lebt, hier auch arbeiten. Ausgenommen sind Asylwerber und Leute, die gar nicht in Österreich arbeiten wollen – etwa Privatiers in Pension oder Ehepartner von ausländischen Studierenden.
In der Gesetzesnovelle enthalten ist auch der Integrationsvertrag, der längere Deutschkurse (300 statt 100 Stunden) für Zuwanderer vorsieht. Für Analphabeten gibt es einen Alphabetisierungskurs, jeder Neuzuwanderer muss zudem Kurse in Staatsbürgerkunde im Umfang von 30 Stunden absolvieren. Die Möglichkeit zur Abschiebung bei Nichtabsolvierung der Kurse besteht erst nach fünf und nicht wie bisher nach vier Jahren.
Wer fünf Jahre in Österreich gelebt und den Integrationsvertrag erfüllt hat, ist zur Arbeitssuche im gesamten EU-Raum berechtigt.
Die Kosten für die Alphabetisierungskurse muss generell der Bund tragen, für Deutschkurse werden bei Personen aus der Familienzusammenführung weiterhin 50 % bezahlt, allerdings nur während der ersten beiden Jahre. Bei unselbständigen Arbeitskräften teilen sich Arbeitgeber und Zuwanderer je die Hälfte der Kosten.
Innenministerin Liese Prokop bezeichnete die Novelle als wichtigen Schritt für die Integration von Zuwanderern und betonte, dass Arbeits- und Aufenthaltsfragen erstmals harmonisiert seien. ■

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Israelischer Botschafter: Beziehungen zu Österreich „sehr verbessert“

Israels neuer Botschafter in Wien, Dan Ashbel, bezeichnet die Beziehungen zwischen Israel und Österreich als „sehr verbessert“. Die „Gleise sind so gelegt, dass wir wirklich ernste Arbeit anfangen können“, sagte der in einem Interview mit der Tageszeitung „Kurier“ am 12. März.
Sein Ziel sei es, diese Beziehungen weiter zu vertiefen und dabei Politiker und Öffentlichkeit gleichermaßen einzubinden. Fördern will Ashbel auch den bilateralen Handel, vor allem in den Bereichen Technologie und Tourismus.
Am 14. März überreichte Ashbel Bundespräsident Heinz Fischer in der Wiener Hofburg sein Beglaubigungsschreiben. Fischer erinnerte bei dieser Gelegenheit an die Aufnahme der österreichisch-israelischen Beziehungen vor 56 Jahren: „Wir haben einen langen Weg zurückgelegt. Wir sind in einer guten Phase, das sollte so bleiben.“ Der Bundespräsident bat Ashbel, „herzlichste Grüße“ an den israelischen Präsidenten Moshe Katzav zu übermitteln, dessen Österreich-Visite im vorigen Oktober „sehr erfolgreich“ gewesen sei. ■

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Versöhnungsfonds: Einigung über Verwendung des Restvermögens

Das restliche Vermögen des Österreichischen Versöhnungsfonds (ÖVF) in Höhe von 94 bis 96 Mio. Euro soll unter anderem für humanitäre Projekte und Stipendien verwendet werden. Dies geht aus dem aktuellen Halbjahresbericht des ÖVF hervor, der vom Hauptausschuss des Nationalrats am 3. März einstimmig zur Kenntnis genommen wurde.
Die Frist für neue Anträge endete am 31. Dezember 2003, wobei jedoch bei unverschuldetem Fristversäumnis Ausnahmen erteilt wurden.
Mit Stichtag vom 20. Dezember 2004 wurden an 130.773 ehemalige NS-Zwangs- und Sklavenarbeiter Zahlungen in Höhe von insgesamt 349,6 Mio. Euro geleistet. Von diesen genehmigten Anträgen entfielen 101.969 Anträge (237,2 Mio. Euro) auf die sechs Partnerorganisationen (Ukraine, Polen, Russische Föderation, Tschechien, Belarus, Ungarn). 28.804 Ansuchen (mit einem Volumen von 96,1 Mio. Euro) betrafen Einzelanträge.
Der ÖVF wurde im Jahr 2000 eingerichtet und mit insgesamt 436 Mio. Euro dotiert. Erbracht wurden und werden freiwillige Leistungen der Republik Österreich an ehemalige Zwangs- und Sklavenarbeiter des NS-Regimes auf österreichischem Boden. Die Funktionsdauer des Fonds endet mit 31. Dezember 2005. ■

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Gleichstellung von Behinderten

Das Bundes-Behindertengleichstellungsgesetz, das am 8. März den Ministerrat passierte, sieht eine Gleichstellung behinderter Menschen in allen Lebensbereichen vor. Unter anderem müssen ab 1. Jänner 2006 alle Neubauten barrierefrei gebaut werden. ■

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Bundeskanzler Schüssel bei EU-Frühjahrsgipfel in Brüssel

Die 25 EU-Staats- und Regierungschefs beschlossen bei ihrem traditionellen Frühjahrsgipfel in Brüssel (23./24. März) ein neues Aktionsprogramm zur Ankurbelung der europäischen Wirtschaft – darunter die Reform des EU-Stabilitäts- und Wachstumspaktes sowie die Förderung von Forschung, Bildung und Innovation. Verständigt haben sich die EU-Chefs dabei auch auf eine fundamentale Abänderung der umstrittenen Dienstleistungsrichtlinie: Die „Öffnung der nationalen Dienstleistungsmärkte“ soll laut Schlusserklärung nur bei „gleichzeitiger Erhaltung des europäischen Sozialsystems“ erfolgen. Die Union erhofft sich durch dieses Paket sechs Millionen zusätzliche Arbeitsplätze.
Einen Kompromiss erzielte man bei den Klimaschutzzielen, wonach der Anteil der Treibhausgase aller Industriestaaten nach Ablauf des Kyotoprotokolls bis 2020 um 15 bis 30 % reduziert werden soll.
Auf Initiative Österreichs, Sloweniens, Ungarns und der Slowakei einigte man sich zudem auf die Einsetzung einer Task-Force, die die Zusammenarbeit Kroatiens mit dem UN-Kriegsverbrechertribunal in Den Haag überprüfen soll. Erst dann ist die EU zur Aufnahme von Beitrittsverhandlungen mit Kroatien bereit.
Bundeskanzler Schüssel zeigte sich über die Ergebnisse des Gipfeltreffens zufrieden und bezeichnete den reformierten Stabilitätspakt als „vernünftigen Weg“, der ein Aufweichen des Stabilitätspaktes ohne feste Regeln verhindere. Das kurzzeitige Überschreiten der generellen Defizitgrenze von 3,0 % des BIP im Sinne der Wachstums- und Beschäftigungsstrategie schaffe einen „europäischen und damit nationalen Mehrwert“, so Schüssel. ■

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Kanzler Schüssel zu Arbeitsbesuch in Paris

Von großer Übereinstimmung zwischen Österreich und Frankreich vor allem in EU-Belangen sprach Bundeskanzler Wolfgang Schüssel am 17. März bei seinem offiziellen Arbeitsbesuch in Paris. Im Zentrum der Gespräche mit dem französischen Staatspräsidenten Jaques Chirac und Premierminister Jean-Pierre Raffarin standen EU-Themen, Wirtschaftsfragen und die internationale Lage. Beschlossen wurde, den „politischen Dialog“ auf bilateraler Ebene zu stärken. Anlässlich des österreichischen EU-Vorsitzes im ersten Halbjahr 2006 hat Schüssel den französischen Präsidenten nach Österreich eingeladen. ■

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Deutscher Bundeskanzler Schröder in Österreich

Bundeskanzler Wolfgang Schüssel traf am 18. März mit dem deutschen Bundeskanzler Gerhard Schröder in Wien zu einem Arbeitsgespräch zusammen. Die beiden Regierungschefs erklärten, am EU-Stabilitäts- und Wachstumspakt prinzipiell festhalten zu wollen, plädierten allerdings für eine Flexibilisierung unter bestimmten ökonomischen Gegebenheiten. Die bilateralen Beziehungen bezeichneten beide Seiten als „vorbildhaft“. ■

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Außenministerin Plassnik besuchte Königreich Bhutan

Außenministerin Ursula Plassnik hielt sich zwischen 24. und 28. März zu einem offiziellen Besuch in Asien auf. Stationen ihrer Reise waren Thailand und das Königreich Bhutan, ein Schwerpunkt der Österreichischen Entwicklungszusammenarbeit (EZA). Bei einem kurzen Treffen mit dem neuen thailändischen Außenminister Kantathi Suphamongkhon in Bangkok betonte Plassnik, dass Österreich Thailand beim Wiederaufbau weiterhin unterstützen werde.
In Bhutan, dem Hauptziel ihrer Asienvisite, wurde die Außenministerin von König Jigme Singye Wangchuk empfangen und führte Gespräche mit der politischen Führung des Landes. Im Mittelpunkt standen die bilateralen Beziehungen. Bhutan ist Schwerpunktland der EZA in Asien. Die Kooperation konzentriert sich auf die Bereiche Energie, Tourismus und den Erhalt des kulturellen Erbes.
Mit Premierminister Lyonpo Jigme Thinley eröffnete Plassnik die letzte Stufe des Wasserkraftwerks Basochhu. Das Kraftwerk ist das größte EZA-Projekt und entstand in Kooperation mit der österreichischen Exportwirtschaft. Auf dem Programm stand auch die Besichtigung der Klosterburg Trongsa Dzong, eines der bedeutendsten historischen Bauwerke des Landes, das kürzlich ebenfalls mit technischer und finanzieller Hilfe Österreichs saniert wurde. ■

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Kanzler Schüssel: Humanfaktor ist wichtigster Gesellschaftsfaktor

„Der Humanfaktor ist der wichtigste Faktor in unserer Gesellschaft“, sagte Bundeskanzler Wolfgang Schüssel am 18. März bei der Sozialpartner-Veranstaltung „Mehr Wachstum und Beschäftigung in Europa? Fünf Jahre Lissabon-Strategie“ in Wien. Höheres Wirtschaftswachstum als wichtige Grundlage für mehr Beschäftigung erfordere vor allem auch verstärkte Investitionen in Forschung und Entwicklung. Der „ehemalige Nachtzügler“ Österreich müsse noch besser werden: „Das Ziel, drei Prozent Forschungs- und Entwicklungsquote gemessen am BIP zu erreichen, ist absolut zu unterstreichen“, so der Bundeskanzler.
Weiters sprach sich Schüssel für eine „gewisse Flexibilität“ bei europäischen Zusatzzielen aus, wobei jedoch an den Regeln für den Stabilitäts- und Wachstumspakts festzuhalten sei. Zusatzziele würden einen „nationalen Mehrwert“ schaffen, weshalb zusätzliche Ausgaben – etwa für Forschung und Entwicklung – in die Bewertung einfließen und ein kurzzeitiges Überschreiten der 3-Prozent-Defizitgrenze ermöglichen sollten, erklärte Schüssel. „Der europäische Mehrwert würde dann zu einem nationalen Mehrwert werden“, unterstrich der Bundeskanzler.■

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WKÖ-Wahl 2005: Absolute Mehrheit für ÖVP-Wirtschaftsbund

Der ÖVP-Wirtschaftsbund mit Spitzenkandidat Christoph Leitl ist klarer Sieger der am 15. März zu Ende gegangenen Wirtschaftskammerwahlen 2005: Die ÖVP-Arbeitgebervertreter konnten in allen neun Landeskammern ihre absolute Mehrheit behaupten und ihre Zweidrittelmehrheit noch weiter ausbauen. Erfolge feierten auch der Sozialdemokratische Wirtschaftsverband (SWV), der den Ring Freiheitlicher Wirtschaftstreibender (RFW) überholte, und die erstmals bundesweit kandidierende Grüne Wirtschaft. Präsident der WKÖ bleibt Christoph Leitl. Die Wahlbeteiligung sank von 53,5 Prozent im Jahr 2000 auf nunmehr 48 Prozent..
Vorläufiges Wahlergebnis (auf Bundesebene):
ÖWB: 71,8 % /7.234 Mandate; SWV: 10,8 %/1.093; RFW: 9,5 %/961; Grüne: 2,5 %/252; Liste Industrie: 4,1 %/416; Namens- und Fachlisten: 1,2 %/126 ■

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Steirischer Autocluster ACStyria als Modell für die Slowakei

„Der enorm erfolgreiche steirische Autocluster ACStyria könnte ein Modell für die Slowakei sein. Österreich und die Slowakei haben dabei Chancen auf neue Arbeitsplätze im Automotivbereich“, sagte Wirtschafts- und Arbeitsminister Martin Bartenstein am 16. März nach einem bilateralen Besuch bei seinem slowakischen Amtskollegen Pavol Rusko in Bratislasva.
Die Slowakei sei auf dem Weg, pro Kopf größter Automobil-Produzent der Welt zu werden. Daher sei es nahe liegend gewesen, den automotiven Bereich eingehend zu erörtern, so Bartenstein. Der ACStyria plane ein Süd-Osteuropäisches Netzwerk der Autozulieferindustrie. Als erster Schritt solle österreichischen Unternehmern ein Informationssystem zur Verfügung gestellt werden. Der slowakische Wirtschaftsminister schloss in der Folge auch den Aufbau eines Logistikzentrums nicht aus.
Die Slowakei sei mit einem Handelsvolumen von 3,2 Mrd. Euro „ein ganz wichtiger Nachbar in Sachen Handel“ mit stark steigender Tendenz, betonte Bartenstein. Österreich ist mit bisher 1,4 Mrd. Euro drittgrößter Investor im Land. ■

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Standort-Ranking: Österreich international unverändert gut

Österreich schneidet einer Studie der Bertelsmann Stiftung zufolge im internationalen Standortvergleich unverändert gut ab, Deutschland konnte aufholen. Bei einem im April erscheinenden „Standort-Check“ bleibt der so genannte Aktivitätsindex für Österreich auf Rang 12 unter den 21 untersuchten Industrienationen. Beim Erfolgsindex bezüglich Wachstums- und Beschäftigungszuwachs wurde Österreich durch Kanada von Platz 7 auf Rang 8 verdrängt.
Beim ersten „Internationalen Standort-Ranking“ der Bertelsmann Stiftung im Herbst 2004 war vor allem Österreichs Arbeitslosenrate von durchschnittlich 4,4 % mit „sehr gut“ bewertet worden. Positiv sei auch, dass Arbeitslose schnell wieder einen Job bekämen und es wenig Langzeitarbeitslose sowie eine geringe Jugendarbeitslosigkeit gebe. Geradezu vorbildlich sei in Österreich der Kündigungsschutz geregelt. Außerdem würdigt die Studie die Lohnzurückhaltung. ■

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Yad Vashem-Museum: Staatssekretär Morak vertritt Österreich

Am 15. März wurde das neue Museum der Jerusalemer Holocaust-Gedenkstätte Yad Vashem eröffnet. An dem Ereignis nahmen bedeutende internationale Gäste – u.a. UNO-Generalsekretär Kofi Annan, zahlreiche Staatspräsidenten und Minister – teil. Österreich war namens und in Vertretung von Bundespräsident Heinz Fischer durch Kunst- und Medienstaatssekretär Franz Morak vertreten. Im Rahmen der feierlichen Sitzung „Remembering the Past, Shaping the Future“ hielt Morak eine Rede, in der er die „tragische Verwicklung vieler Österreicher in die Shoa“ ansprach, die mit dem Ende der staatlichen Existenz Österreichs im März 1938 durch den Einmarsch Hitler-Deutschlands einsetzte. Elie Wiesels Satz „Memory is our fortune, our only fortune“ weiterspinnend, meinte Morak, das neue Museum werde von Österreich auch als Auftrag verstanden, „das Vermächtnis der Shoa von Generation zu Generation weiterzureichen“. In Zusammenarbeit mit Yad Vashem finde seit 2000 ein Aus- und Weiterbildungsprogramm mit Lehrern und Pädagogen statt, „das kontinuierlich und tief greifend neue Standards in der Auseinandersetzung mit der Shoa“ setze. Abschließend erwähnte Morak auch die Zusammenarbeit mit dem Nationalfonds der Republik Österreich und die Leistungen privater Spender für die Gedenkstätte und meinte, dass Yad Vashem „auch eine Mahnung dafür“ sei, „was wir tun müssen, um eine gerechtere und demokratischere Gesellschaft zu schaffen“. ■

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Wiener Erzbischöfliches Palais: Gedenken an Irene Harand

Als eine „prophetische Stimme“ gegen Antisemitismus und Rassenwahn bezeichnete Kardinal Christoph Schönborn die Wiener Katholikin Irene Harand (1900-1975), deren Buch „Sein Kampf – Antwort an Hitler“, das sie 1935 im Eigenverlag und auf eigene Kosten herausgegeben hatte, am 12. März – dem Jahrestag des „Anschlusses“ Österreichs an Hitler-Deutschland 1938 – im Wiener Erzbischöflichen Palais Inhalt einer Marathonlesung war. An der Lesung anlässlich des von Franz Richard Reiter neuverlegten Buches beteiligten sich mehr als 100 Persönlichkeiten von Religionsgemeinschaften (u.a. Oberrabbiner Paul Chaim Eisenberg), aus Kultur und Publizistik. Die Lesung unter dem 1938 von der Hitler-Jugend durchbohrten Christusbild wurde live über eine Videowand auf dem Stephansplatz und vom ORF im Internet übertragen.
Irene Harands Buch wurde nach dem „Anschluss“ in Salzburg öffentlich verbrannt. Die Autorin, die 1933 mit dem 1940 im KZ Sachsenhausen ermordeten Anwalt und Politiker Moriz Zalman die „Harand-Bewegung“ als „Weltbewegung gegen Rassenhass und Menschennot“ gegründet hatte, konnte sich der Verhaftung entziehen, da sie sich im März 1938 in Paris und London befand, um dort mit Billigung des Ständestaat-Regimes für Österreichs Unabhängigkeit zu werben. Später lebte sie in New York, begründete die Emigrantenorganisation Austrian Forum mit und bahnte u.a. für zahlreiche österreichische Juden die Emigration in die USA an. Nach 1945 wirkte Harand am Aufbau und der Pflege der kulturellen Beziehungen zwischen Österreich und den USA mit und gründete u.a. das „Österreichische Institut“ in New York. 1969 ehrte die israelische Yad Vashem-Gedenkstätte Irene Harand als „Gerechte unter den Völkern“.■

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Jubiläumsjahr 2005: „25 Peaces“

Gleichfalls am 12. März startete anlässlich des Jubiläumsjahrs 2005 das Großprojekt im öffentlichen Raum „25 Peaces“, erinnernd an eine dramatische Zeit in der Geschichte Wiens. U.a. wurden am Heldenplatz die Reiterstandbilder von Prinz Eugen und Erzherzog Karl durch Platten mit Ziegelstrukturen „eingemauert“: Während der letzten Jahre des Zweiten Weltkriegs schützten sie große Ziegelkuben vor Bomben(splittern). Diese Installation und ein Riesen-Grabstein mit der Aufschrift „Den Opfern des Nationalsozialismus“, der hinter dem Hofburg-Balkon angebracht ist, wo sich Hitler 1938 feiern ließ, sind bis 8. Mai zu sehen. Licht-Ton-Installationen auf dem Stephansplatz dem Neuen Markt und dem Albertinaplatz sollten an die Schrecken des Krieges und den Bombenangriff auf Wien am 12. März 1945 erinnern. ■

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2005: Technisches Museum Wien: „Österreich baut auf“

Zum „Gedankenjahr 2005“ zeigt das Technische Museum Wien (TMW) die Sonderausstellung „Wieder-Aufbau und Marshall-Plan“. Im Zentrum steht die wirtschaftliche und technische Entwicklung in Österreich von 1945 bis 1955. Von 1948 bis 1952 flossen rund 13 Mrd. Dollar aus dem Marshall-Plan, benannt nach dem damaligen US-Außenminister George C. Marshall, in die Budgets von Österreich und 16 anderen europäischen Staaten. Österreich erhielt nach Island und den Niederlanden die höchsten Zuwendungen. Bis heute steht der ERP-Fonds (European Recovery Program) mit zinsgünstigen Krediten der österreichischen Wirtschaft zur Verfügung. Ein umfassendes Begleitprogramm der Schau ist für Schulklassen, Familien, Einzelpersonen und ältere Menschen gedacht. ■

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EXPO 2005 in Aichi: Österreich-Pavillon mit „The Slope“

Unter dem Motto „Weisheit der Natur“ findet bis 25. September in Aichi (Japan) die erste Weltausstellung im 21. Jahrhundert statt. Auf dem 187 Hektar großen Gelände in der Nähe von Nagoya werden 15 Millionen Besucher erwartet. Prunkstück des von den Kärntnern Hermann Dort und Klaus Baumgartner („Trecolore Architects“) entworfenen Österreich-Pavillons ist eine Art Holz-Skulptur – „The Slope“ (Der Hang) –, Paradebeispiel österreichischer Holzbaukunst und Plattform der verschiedenen Events wie Konzerte, Shows und Präsentationen. Schlitten dienen als Sitzmöbel, auf denen man auch über den Hang rodeln kann. Österreich konzentriert sich beim Thema „Die Kunst des Lebens“ auf „Musik“, „Holz“ und „Gesundes Leben“. Dem Motto entsprechend soll der Österreich-Pavillon auf die Besucher beruhigend wirken: Man glaubt, den Duft von Heuwiesen, Moos und Tannennadeln zu riechen, die Kälte einer Eisbar am Gletscher zu spüren. Die abstrakte, in blaues Licht getauchte Darstellung einer Bergkette an der Außenfront des „Austria“-Pavillons wurde von Herbert Brandl gestaltet. ■

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Zum Tod von Wolf In der Maur

Wolf In der Maur, der frühere Herausgeber und Geschäftsführer der „Presse“, ORF-Hörfunk- und –Fernsehintendant ist am 17. März im 82. Lebensjahr verstorben. 1924 in Klagenfurt geboren, war er seit 1945 in Kärnten als Journalist, Theaterregisseur und Auslandskorrespondent österreichischer und deutscher Tageszeitungen tätig. Auch Industrie- und Werkzeitschriften gab er heraus. Nach dem Ende seiner ORF-Karriere stand er dem Sender als Konsulent zur Verfügung. Er gab die Schriftenreihe „kurz & bündig“ heraus, die teilweise auch in slowenischer Sprache erschien. Der sehr liberal denkende Publizist, u.a. von Bruno Kreisky geschätzt, schrieb zahlreiche Bücher wie „Die französische Revolution“, „Die Zigeuner“ und „Der Balkan“. Mit Günther Nenning gründete er den Österreichischen Journalisten Club, die größte partei- und gewerkschaftsunabhängige Journalistenorganisation in Österreich, die zuletzt rund 3.000 Mitglieder verzeichnete. Mit seinem weit gespannten Wissen, seiner geistigen Offenheit ist Wolf In der Maur zu eine der tragenden Persönlichkeiten der österreichischen Mediengeschichte der Zweiten Republik geworden. Zur Modernisierung des ORF trug er Wesentliches bei. Vom Ableben Wolf In der Maurs betroffen zeigte sich Kunst- und Medienstaatssekretär Franz Morak: „Er hat mit seiner jahrzehntelangen journalistischen Tätigkeit neue Standards im Qualitätsjournalismus gesetzt und die österreichische Medienlandschaft entscheidend mitgestaltet. Seine Arbeit war geprägt von Weitblick, Besonnenheit und Scharfsinn. Mit Wolf in der Maur verliert Österreich einen großen Journalisten und Medienmann“. ■

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Morak: BKA-Preise bei Diagonale

Die Wienerin Jessica Hausner gewann mit ihrem Film „Hotel“ Diagonale-Preis und Thomas-Pluch-Drehbuchpreis. Zweifacher Gewinner ist auch Michael Ramsauer, der sowohl den Preis der Jugendjury als auch den Thomas-Pluch-Drehbuchförderpreis für „Echos“ erhielt. Den Preis für innovatives Kino erhielt Gerhard Friedl für „Hat Wolff von Amerongen Konkursdelikte begangen?“. Kunststaatssekretär Franz Morak überreichte im Rahmen des Festivalabschlusses die Bundeskanzleramts(BKA)-Filmpreise, u.a. einen Würdigungspreis an Mara Mattuschka. ■

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Bruno-Kreisky-Preis 2004 an Amos Oz und Kathrin Röggla

Der israelische Schriftsteller Amos Oz und die österreichische Autorin Kathrin Röggla sind am 14. März in Wien mit dem „Bruno-Kreisky-Preis für das politische Buch 2004“ des Renner-Instituts ausgezeichnet worden. Oz erhielt die Auszeichnung für seinen Roman „Eine Geschichte von Liebe und Finsternis“, in dem er einen Teil seiner Familiengeschichte vor dem Hintergrund der politischen Geschichte des Staates Israel schildert. 1933 war er mit seinen Eltern aus dem ukrainischen Odessa nach Jerusalem ausgewandert, wurde während des Zweiten Weltkriegs zunehmend der Gräuel des Holocausts gewahr und erlebte seine Pionierjahre im Kibbuz. Röggla wurde für ihren Roman „wir schlafen nicht“ gewürdigt, der auf Protokollen von Gesprächen – hauptsächlich mit Unternehmensberatern, „Schreckensbilder und Vorbilder“ (Röggla) – basiert und der sich mit der „Ausbeutung und Selbstausbeutung“ in der heutigen Arbeitswelt beschäftigt. ■

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Berlin: Preis für europäische Allergieforschung an Wiener Mediziner

Mit dem Forschungsergebnis, dass die Einnahme von Medikamenten zur Hemmung der Magensäure den Ausbruch von Nahrungsmittelallergien auslöst, hat ein Forscherteam um Univ.-Prof. Dr. Erika Jensen-Jarolim von der Medizinischen Universität Wien am AKH in Berlin den „Preis für europäische Allergieforschung“ gewonnen. Während einer dreimonatigen klinischen Studie an rund 200 Patienten konnte das Team in Kooperation mit Wissenschaftern aus Deutschland und Ungarn den Anstieg von Nahrungsmittelallergie-auslösenden IgE-Antikörpern im Blut nach der Einnahme von so genannten Magensäureblockern nachweisen. Mehr als jeder zehnte Patient entwickelte während dieser Zeit eine komplett neue Allergie gegen Nahrungsmittel. Es handelt sich dabei um eine echte Pionierarbeit des Teams vom Institut für Pathophysiologie der Medizinuniversität Wien um Jensen-Jarolim. Immer mehr stellt sich nämlich heraus, dass die Verdauung einen Schutz vor Allergien darstellt. Jensen-Jarolim: „Wird ein Protein leicht verdaut, gilt es als nicht-allergisierend. Wir zeigten, dass ein harmloses Protein, wenn es nicht im Magen verdaut wird, zu einem potenten Allergen werden kann“. Anti-Ulkus-Medikamente (H2-Blocker, Antazida und Protonenpumpen-Blocker) können laut den Wiener Studien zur Entstehung von Nahrungsmittelallergien beitragen. Jensen-Jarolim: „Bei Untersäuerung verliert der Magen seine ‚Gate-Keeper’-Funktion“. Proteine würden dann nicht verdaut, es entstehe mehr Immunglobulin E und damit das Risiko einer Allergie. Dies belegt auch eine weiterführende Studie ungarischer Wissenschafter. ■

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Tiefer Blick in die Stadt: Canaletto im Kunsthistorischem Museum

Bernardo Bellotto gilt als einer der Protagonisten der Vedutenmalerei, der topographisch genauen Wiedergabe von Stadtansichten. Diese Sonderform der Landschaftsdarstellung entstand im Venedig des 18. Jahrhunderts. Meister dieser Gattung war Antonio Canal, Onkel und Lehrer Bellottos, von dem dieser den Beinamen Canaletto übernahm. In zahlreichen italienischen Städten tätig, verließ er 1747 seine Heimatstadt Venedig und übersiedelte nach Dresden, wo ihn Kurfürst Friedrich August II. zum Hofmaler ernannte. So gelangte die venezianische Vedutenmalerei nach Mitteleuropa. Im Auftrag von Kaiserin Maria Theresia arbeitete Canaletto Ende der 1750er Jahre in Wien, wo er u.a. die berühmte „Ansicht Wiens, vom Belvedere aus gesehen“, die sich heute in der Gemäldegalerie des KHM befindet, malte. Von 1767 bis zu seinem Tod 1780 wirkte er als Hofmaler von König Stanislaw August Poniatowski von Polen in Warschau. Die momentane Restaurierung des Warschauer Königsschlosses bot die Möglichkeit, die sonst nicht entlehnbaren Veduten Canalettos aus Warschau erstmals nach Wien zu bringen, unterstützt von traumhaften Leihgaben aus dem Nationalmuseum in Warschau, aus St. Petersburg, Dresden, Budapest, Dublin, London, Mailand, Turin, Venedig, Washington, aus der Wiener Albertina und aus Privatbesitz. ■

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Pfingsten: Barocktage Stift Melk

Zu Pfingsten, von 13. bis 16. Mai, legen die Internationalen Barocktage Stift Melk heuer ihr Schwergewicht auf den 400. Geburtstag von Giacomo Carissimi, auf Orazio Benevoli und den 300. Todestag von Kaiser Leopold I.. Wie Immer spielen überragende Barockensembles wie Gèrard Lesne und sein Seminario musicale (Händel), René Clemencic (Musik am Wiener Kaiserhof), I Fagiolini (Madrigalkomödie), Neue Hofkapelle München (Francesco Conti) und Reinhard Goebels Musica Antiqua (u.a Gallo). ■

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Ein Jahr „Sporthilfe-Mentoring“: Neuer Partner Nokia

17 Prominente aus Wirtschaft und Politik übernahmen im letzten Jahr die Patenschaft für 18 Sport-Talente: IPM-General Manager A. Niyazi Türesin Türesin das Schwimm-Talent Nina Dittrich, ÖOC-Präsident Leo Wallner die Beach-Volleyballerin Madita Knöppel und Staatssekretär Karl Schweitzer die österreichische Laufhoffnung Lisa Leutner, um nur einige zu nennen. Sporthilfe-Geschäftsführer Toni Schutti präsentierte beim Jahrestag im Wiener Lusthaus einen neuen Partner. Jörg Pribil, Geschäftsführer Nokia in Österreich und der Schweiz, wird die Boarder-Nachwuchs-Hoffnung Manuel Bernert im Rahmen des Mentoring-Programmes unterstützen. Das erfolgreiche Programm beinhaltet nicht nur eine finanzielle Förderung – die 18 hoffnungsvollen Nachwuchssportler wurden mit einer Gesamtsumme von 62.500 Euro unterstützt – sondern ist vor allem ein Motivationsschub für die weitere persönliche Zukunft. ■

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„Fit für Österreich“ – Offensive in den Dachverbänden

Ein treffendes Zitat lautet: „Wir Menschen nutzen das erste Drittel unseres Lebens, um Geld zu verdienen und versuchen im zweiten Drittel unseres Lebens die Gesundheit wieder zu erlangen, die auf der Strecke geblieben ist, um das letzte Drittel noch genießen zu können.“ Ein Umstand, welchen die Bundes-Sportorganisation (BSO) und das Bundeskanzleramt/Staatssekretariat für Sport zum Anlass nahmen, die Aktion „Fit für Österreich“ ins Leben zu rufen. Die für diese Initiative bereitgestellten Mittel ermöglichen die Umsetzung jener Konzepte, um mehr Menschen gesundheitsorientierte Bewegung und eine bewusste Lebensführung ans Herz zu legen. Die Aktion unterstützt aber auch durch ihre Öffentlichkeitswirksamkeit die zielorientierte Arbeit, die in vielen tausenden österreichischen Sportvereinen der Dachverbände ASKÖ, ASVÖ und SPORTUNION auf höchstem Niveau im Dienste der Gesundheitsprävention – hauptsächlich ehrenamtlich – geleistet wird. In den nächsten Tagen werden in „Fit für Österreich“-Workshops die motivierten Mitarbeiter der Dachverbände mit den Inhalten der Aktion vertraut gemacht, damit gemeinsam eine flächendeckende einheitliche Philosophie bis in die Sektionen getragen wird. Das geschaffene Qualitätssiegel „Fit für Österreich“, das für qualitativ hochwertige, gesundheitsorientierte Sportangebote an Vereine vergeben wird, wird auch für KonsumentInnen und Neueinsteiger eine wertvolle Hilfe sein, das für sie passende Angebot zu finden. Ausgezeichnete gesundheitsorientierte Bewegungsprogramme müssen sieben Qualitätskriterien erfüllen. Zur Sicherung dieser Qualität wird die BSO gemeinsam mit den Dachverbänden Aus- und Fortbildungsprogramme anbieten. ■

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Tischtennis-EM in Aarhus

Von 27. März bis 3. April findet in Aarhus (Dänemark) die 25. TT-EM statt, die für Österreich die bisher erfolgreichste werden könnte. Die Top-Ausbeute gab es zuletzt 2003 in Courmayeur mit 2x Gold und je 1x Silber und Bronze. Diesmal besteht in allen sieben Bewerben eine realistische Chance auf Edelmetall, in den Team-, Einzel- und Doppel-Konkurrenzen sowie im Mixed. Die ÖTTV-Damen besiegten zum Auftakt des EM-Mannschaftsbewerbes Weißrussland souverän mit 3:1, im Viertelfinale setzte es gegen Slowenien jedoch eine 2:3-Niederlage. Die beiden österreichischen Punkte holte die Weltranglisten-Zehnte Liu Jia. Rang acht ist das bisher beste EM-Ergebnis für ein ÖTTV-Damen-Team.
Den ÖTTV-Herren ist bereits eine Medaille sicher. Werner Schlager, Chen Weixing und Robert Gardos feierten im Achtelfinale gegen Frankreich und im Viertelfinale gegen Russland jeweils einen 3:0-Sieg. Damit holten sie das zweite ÖTTV-Mannschafts-Edelmetall nach Bronze 2002 in Zagreb. ■

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